Zum Inhalt wechseln


Foto

Neueinstieg in Negativentwicklung - welcher Entwickler?


38 Antworten in diesem Thema

#1 Commodore Man

Commodore Man

    Member

  • Members
  • PIPPIP
  • 24 Beiträge
  • Gender:Male

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 13:05

Hallo zusammen!
Mein Name ist Christian und ich bin 23 Jahre alt.
Schon seit einiger Zeit Fotografiere ich analog. Bis jetzt bin ich aus kostengründen immer auf das großlabor gegangen. Nun habe ich jedoch im Sommer eine recht üppige Ausstattung zum anfertigen von vergrößererungen geerbt.
Nachdem ich hier die ersten brauchbaren Ergebnisse erzielen konnte, möchte ich mich nun an die negativverarbeitung Wagen.
Hier ist bis jetzt noch kein Material vorhanden. Aber eine entwicklumgsdose usw ist ja kein Thema.

Wo eher meine Frage ist, ist der für mich am geeignetse Entwickler.
Ich suche einen Entwickler, der im der Handhabung sicher ist und man nicht viel Verkehrt machen kann. Als Gelegenheitsnutzer sollte das Konzentrat eine möglichst lange standzeit haben.
Ich dachte an ein flüssigkonzentrat, von welchem ich mir dann die jeweilige Menge zum einmalgebrauch abziehen kann.
Ich bin im Kb Bereich unterwegs und nutze bis jetzt den hp5+ von ilford sehr gerne. Gegen ein gewisses Korn habe ich nichts ( sonst würde ich ja kaum nen hp5+ nehmen). Die Möglichkeit wäre schön, den Film evtl auch mal auf iso800 pushen zu können.

Was könnt ihr mir da empfehlen?

Fixierer und stopbad kann ich ja das adstop und adofix nutzen, welches ich sowieso schon für die Papierverarbeitung hier habe, freilich in getrennten Ansätzen für Film und Papier.

Gruß Christian

#2 Lichtjahr

Lichtjahr

    Advanced Member

  • Members
  • PIPPIPPIP
  • 38 Beiträge
  • Gender:Male
  • Location:Nähe Chiemsee

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 16:40

Hallo Christian,

 

wenn du dich schon auf Ilford Filme "eingeschossen" hast dann kann ich dir den Universalentwickler ID-11 von Ilford empfehlen.

Der wird zwar in Pulverform verkauft, der Ansatz ist aber wirklich kein Hexenwerk.

Etwa 3/4 der Endmenge warmes Wasser dann erst Pluver A einrühren und ganz auflösen dann Pulver B einrühren und wieder ganz auflösen lassen.

Anschließend bis zur Endmenge (1 Liter) auffüllen - das ist alles.

 

Wenn du den Entwickler in eine braune, weiche Kunststoffflasche einfüllst kannst du durch zusammendrücken der Flasche die Luft verdrängen.

Da kannst du dir das teuere Protectan sparen und dafür Filme kaufen.

 

Als Stopbad nehme ich Zitronensäure von Dr. Oetcker aus dem Supermarkt, die gibt`s in 5 gr Päckchen zum Kuchenbacken.

Für 1 Liter  2% ige Lösung brauchst du 10 gr.

 

Viel Spass beim neuen Hobby.

 

Edi



#3 Commodore Man

Commodore Man

    Member

  • Members
  • PIPPIP
  • 24 Beiträge
  • Gender:Male

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 17:07

Danke für die Antwort!
Wie ist denn dann die Haltbarkeit des Ansatzes? Ich meinte mal gelesen zu haben, dass diese bei einmal angesetzem pulverentwickler eher gering ist?
Oder lässt sich das dann eben durch Sauerstoffabschluss mit protectan ( ist im Moment schon vorhanden, da ich das papierentwickler Konzentrat schützen wollte) oder zb murmeln in der Flasche verlängern? Von welchen standzeiten kann man in der Praxis ausgehen?

Bei mir ist es eben so, dass es auch öfters vorkommen kann, dass es mal nur ein oder zwei Filme sind und dann ein paar Monate pause dazwischen.

Gruß C-Man

#4 Morte

Morte

    Advanced Member

  • Members
  • PIPPIPPIP
  • 179 Beiträge

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 18:02

Wenns flüssig sein soll und lange haltbar, geht eigentlich nichts über Rodinal/Adonal. Der hält in der Flasche wirklich Jahre. Ansonsten habe ich mit dem Pulverentwickler Atomal/A49 gute Erfahrungen gemacht, der sich auch angesetzt in der Flasche mehrere Monate gehalten hat bei mir. Billig sind beide.



#5 Commodore Man

Commodore Man

    Member

  • Members
  • PIPPIP
  • 24 Beiträge
  • Gender:Male

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 18:47

Rodinal ist ja mit der standardentwickler, wenn man so liest.
Wenn ich jetzt nochmal von Pulver ausgehe: muss ich da immer die volle Menge stammlösung ansetzen, von der ich dann meinen einmalansatz verdünne, oder kann ich auch geringere Mengen wie zb 250ml ansetzen. In diesem Falle wäre diese stammlösung dann ja entsprechend schneller verbraucht und auch eine Haltbarkeit im Bereich von Wochen wäre ausreichend.
Mit einem ganzen Liter stammlösung würde ich jedoch schon sehr lange hin kommen.
Wie ist denn bei atomal zb so der erfahrungswert, wenn man sich um Sauerstoffabschluss und Dunkelheit kümmert? Einige Monate kann ja von 2 bis 12 alles sein ;).
Ich sage mal wenn man damit sicher über ein Vierteljahr kommen kann, ist das Durchaus interessant, zumal in dem preisbereich ein neuansatz dann nicht so weh tut.

Gruß C-Man

#6 Magirus

Magirus

    Advanced Member

  • Members
  • PIPPIPPIP
  • 32 Beiträge

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 19:37

Hallo
Warum nicht den TETENAL Ultrafin Liquid ?
Sollte es feinkörniger werden den Plus,ist flüssig und lange haltbar.
Den TETENAL Ultrafin Liquid habe ich lange ein gesetzte jetzt
arbeite ich nicht mehr mit dem HP5.
Und da ist der Rodinal für mich ausreichend.
Gruß Bernd

#7 Commodore Man

Commodore Man

    Member

  • Members
  • PIPPIP
  • 24 Beiträge
  • Gender:Male

Geschrieben 08 Oktober 2016 - 19:56

Als sehr lange haltbar und vielseitig wird auch der kodak hc110 angegeben.
Spricht etwas gegen diesen?

Und noch eine Frage: Tw wird von einem stoppbad abgeraten und eine zwischenwässerung empfohlen. Kann mir einer sagen, was das außer dem einsparen einer weiteren Chemikalie für Vorteile bringen soll? Oder ist ein echtes stopbad doch die bessere Methode?

So als neueinsteiger sind die Unterschiedlichen Produkte und meinenungen schon sehr verwirrend.

Gruß C-Man

#8 Lichtjahr

Lichtjahr

    Advanced Member

  • Members
  • PIPPIPPIP
  • 38 Beiträge
  • Gender:Male
  • Location:Nähe Chiemsee

Geschrieben 09 Oktober 2016 - 09:23

Ein Stoppbad ist nicht zwingend erforderlich.

Eine Zwischenwässerung genügt in den meisten Fällen. Die Dose zweimal mit Wasser füllen, entleeren und wieder füllen.

Ein aktiver Rest vom Entwickler bleibt aber in der gequollenen Filmschicht - das kann man aber üblicherweise vergessen.

Der Grund für ein Stoppbad ist folgender, man möchte die Entwicklung schlagartig stoppen.

Der Entwickler ist basisch das Stoppbad ist sauer dadurch wird der Entwickler in der Filmschicht neutralisiert.

Zugleich wird ein verschleppen einer Base in das angesäuerte Fixierbad minimiert. Die Standzeit des Fixierbades kann verlängert werden.

 

Lass dich nicht verwirren mit unterschiedlichen Entwicklern.

Wenn ich mich recht erinnere haben der iLFORD ID-11 und der Kodak HC 110 die gleiche Rezeptur.

Schau dir auch mal den ADOX Atomal 49 an, ein Rezept der sich schon fast 100 Jahre (?) bewährt hat.

Hier im Shop kannst du dir zu jedem angebotenen Entwickler ein Datenblatt als PDF runter laden.

Da steht meist auch etwas über die Ergiebigkeit und Standzeit.  Übrigens auch ein Entwicklerkonzentrat hat nur eine begrenzte Standzeit.

 

Edi



#9 karlokell

karlokell

    Member

  • Members
  • PIPPIP
  • 13 Beiträge
  • Gender:Male

Geschrieben 09 Oktober 2016 - 10:34

Servus Christian!

 

Du hast inzwischen wohl gemerkt, dass du mit deiner Frage allerhand aufgerührt hast, nicht zuletzt auch allerhand Halbwissen. Also:

 

Abgesehen von einigen wirklich teuren Ausnahmen (Pyro z.B.) sind Filmentwickler preiswert bzw. der Preis kein Argument für oder gegen einen bestimmten! Kriterium kann hier höchstens sein, dass man keine ausreichend kleine Packung kaufen kann und nicht den Großteil des ungenützt verdorbenen Safts entsorgen müssen will. So gesehen ist z. B. der Kodak D-76 problematisch (nur 3,6 Liter-Packung, allerdings recht billig), der Ilford ID-11 (baugleich! für 1 Liter erhältlich, aber verhältnismäßig teurer) sinnvoller.

 

Pulverentwickler soll man immer komplett ansetzen, weil die Mischung der einzelnen Bestandteile, die nach der Produktion noch homogen war, sich in der Packung wieder "enthomogenisiert" (größere/kleinere bzw. leichtere/schwerere Kristalle verhalten sich unterschiedlich und entmischen sich durch jede Erschütterung). Teilansätze beinhalten deswegen höchstwahrscheinlich nicht mehr dieselbe Komponentenrelation wie die Gesamtpackung, auch wenn das einige Anwender beharrlich nicht wahrhaben wollen.

 

Angesetzter Pulverentwickler ist nicht verderblicher als gekauftes Flüssigkonzentrat (zumindest, wenn du nicht dein chemisch wahrscheinlich nicht ideales Leitungswasser, sondern demineralisiertes Wasser aus dem Baumarkt nimmst), im Gegenteil: erst mit dem Ansatz beginnt der Verfallsprozess, nicht schon beim Händler in der Flasche. Übrigens: kauf dir in der Apotheke (keine Angst, ist überraschend billig) eine Aponorm-Glasflasche dafür (gibts bis zur 1-Liter-Größe), nur die ist sauerstoffdicht, und mit ein bisschen (!) Protektan (das ist übrgens nichts anderes als Feuerzeuggas) steigerst du die Haltbarkeit des Inhalts überdeutlich. Etwa 1 Jahr sollte jeder so angesetzte Entwickler halten!

 

Rodinal ist der älteste heute noch verkaufte Entwickler, "ewig" haltbar, aber doch etwas speziell, damit würde ich nicht anfangen. HC-110 kommt als zähflüssiger Sirup in den Handel, der auch fast "ewig" hält, aber unangenehm zu dosieren ist. Beide arbeiten eher grobkörnig (auch wenn jetzt gleich wieder einer kommen wird, der sie mit irgendeiner speziellen Methode feinkörnig hinkriegt). Ich rate dir für den Anfang zu etwas Problemlosem: ID-11 von Ilford, X-Tol von Kodak (nur als 3,6 Liter-Packung erhältlich), Ultrafin von Tetenal, A-49 von Adox (übrigens schon längst nicht mehr das originale Atomal-Rezept!), SLD von Spur usw. Und verwende keinen Entwickler mehrmals, sondern verdünne ihn lieber 1+1 bis 1+3 mit Wasser und verwende ihn nur einmal (gilt für die sog. Stammlösung des angesetzten Pulverentwicklers, Konzentrate musst du sowieso verdünnen und nach der Entwicklung entsorgen).

 

Ein Stopbad ist nicht wirklich nötig bei diesen Standardentwicklern, auch wenn eine milde Zitronensäure nicht schaden kann. Nimm einfach Wasser! Und fixiere mit konzentriertem Schnellfixierbad 1+4 verdünnt. Das kannst du mehrmals nehmen, das oxidiert auch nicht, aber entsorge es, sobald die Klärzeit anfängt, deutlich länger zu werden (du kannst schon nach etwa 1 Minute den Film zur Begutachtung des Fixierfortschritts bei Licht betrachten: dann sollte er schon aufgehört haben, milchig undurchsichtig zu sein). Fixierfehler sind heimtückisch, weil sie sich womöglich erst viel später herausstellen.

 

Viel Erfolg, Karl


Bearbeitet von karlokell, 09 Oktober 2016 - 10:38 .


#10 Henning Hagedorn

Henning Hagedorn

    Advanced Member

  • Members
  • PIPPIPPIP
  • 123 Beiträge
  • Gender:Male
  • Location:Westfalen (21b)

Geschrieben 09 Oktober 2016 - 12:55

ID-11 und HC-110 haben nicht die gleiche Rezeptur. Ich erziele mit beiden aber vergleichbare Ergebnisse (also ID-11 1+1 und HC-110 D); ohne spezielle Methoden.
Im Vergleich dazu wurden die Negative mit Ultrafin liquid verdammt körnig.

Man könnte ja auf die Idee kommen, dass es nicht nur auf den Entwickler, sondern auch auf den Film ankommt. Aber dann hätten wir ja keine Gründe mehr, um zu diskutieren... :)



Auf dieses Thema antworten



  


Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0