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Objektiv für VPM6002 Vergrößerer - was ist zu beachten?


16 Antworten in diesem Thema

#1 Commodore Man

Commodore Man

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Geschrieben 15 November 2016 - 20:48

Hallo Zusammen!

 

Ich habe vor noch nicht allzulanger Zeit mit dem Dunkelkammern angefagnen. Zu meiner Grundausstattung gehört auch ein Kaiser Multigrade Vergrößerer System V, Modell VPM 6002. Für eine Erstausstattung ja echt mehr als Anständig. Bin richtig begeistert von dem Gerät.

Der Vorbesitzer hatte damit nur Kleinbildfilme vergrößert. Dementsprechend ist auch ein 50mm Objektiv verbaut.

 

Nun habe ich eben versucht, ein kürzlich entwickeltes Mittelformat Negativ (6x6) einzulegen. An sich ist der Vergößerer ja für Mittelformat geeignet. Der Kondensor macht weit genug auf und auch die Buchbildbühne ist groß genug.

Aber ich habe eine Runde Randabschattung im Bild.

 

Gehe ich richtig in der Annahme, dass dies an der falschen Brennweite des Objektives liegt? Im Handbuch wird ja geschrieben, dass für 6x6 mindestens die entsprechende Normalbrennweite, also 80mm benötigt wird.

Sollte dem so sein, muss ich mir wohl ein anderes Objektiv besorgen.

 

Und hier nun die Hauptfrage: Was muss ich beim Objektivkauf beachten? Gibt es bei Vergrößerern eine derartige Vielfalt an Bajonetten / Gewinden, wie man das von Kameras gewöhnt ist oder haben sich da die Hersteller auf einen Nenner geeinigt?

Was muss das objektiv haben / "können", damit ich es an dem Kaiser Vergrößerer nutzen kann?

 

Und zu guter letzt: Wenn ich jetzt mit dem 80mm Objektiv einen KB Flm vergrößern wollen würde, habe ich dann ausser dem Fakt, dass meine maximale Bildgröße natürlich kleiner ausfällt noch andere Nachteile und sollte dementsprechend auch bei kleinen Abzügen dann immer die Optik wechseln?

 

Gruß Christian



#2 T.R.

T.R.

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Geschrieben 15 November 2016 - 21:18

Hallo, ja es scheint wohl am Objektiv zu liegen. Prinzipiell hat die Brennweite weniger mit der Größe des Negativs darüber etwas zu tun. Aber da der "Ausleuchtwinkel" begrenzt ist, muss das Objektiv weiter vom (größeren) Negativen weg: Die Brennweite muss größer sein. Du benötigst mind. ein 80mm-Objektiv.

 

Ich glaube, der Standard ist hier 39mm Schraube. Deine "Platine" sollte dieses Gewinde haben.

Wenn du wenig Geld hast, kaufe dir ein "Vierlinser" (z. B. "Anaret"). Heutzutage kann man sich aber auch Sechslinser gebraucht kaufen ("Rodagon", "Componon" ...). Einen Qualitätsunterschied zum Vierlinser wirst du wohl nicht sehen können.

 

80mm Objektiv für Kleinbild: Hier ist lediglich der Abbildungsmaßstab kleiner. D. h. du musst einfach mit dem Vergrößerungskopf höher fahren. Ich arbeite grundsätzlich mit einem 80er bei Kleinbild, da ich so eine bessere "Ausleuchtung" der Negativ-Fläche habe. Nachteil: Die Belichtungszeiten erhöhen sich, was bei kleineren Papier-Formaten jedoch wiederum ein Vorteil ist. Ich komme so bei einem 24x30 cm Papier auf ca. 25 Sekunden bei Blende 11. Ideal.


Gruß,
Thomas


#3 Commodore Man

Commodore Man

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Geschrieben 15 November 2016 - 22:37

Danke für die schnelle und kompetente Antwort!

 

Dann mache ich mich mal auf die Suche nach einem Objektiv.

 

Geringere Helligkeit bei KB ist bei mir nicht das Problem. Idr habe ich zusätzlich zum Abblenden noch den ND Filter im Vergrößerer drin, da ich bei dem aktuell von mir verwendeten Foma Papier sonst auf Belichtungszeiten komme, bei denen mit Wedeln usw keine Freude bereitet. So 20 Sekunden sollten meiner Meinung nach schon sein. Gerne etwas mehr.

 

Gruß C-Man



#4 Urnes

Urnes

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Geschrieben 16 November 2016 - 11:25

Objektive bis MF haben i.d.R. ein M39 Gewinde und dein Kaiser hat eine entsprechende Aufnahme. Den Unterschied zwischen einem 4-Linser und einem 6-Linser siehst du, auch wenn du nur Objektive aus deutscher Produktion vergleichen würdest. Klar wirst du bei einem einzelnen Abzug nicht sagen 4- oder 6-Linser, aber wenn du zwei gleiche Abzüge nebeneinander legst wirst du es sehen, dass die 6-Linser schärfer sind. Apo brauchst du aber nicht unbedingt, vor allem bei s/w. Dann solltest du dir überlegen wie groß du maximal abziehen willst. Beide Rodagon als auch Componon gibt es als WA Objektive, also als Weitwinkelversionen. Das führt dazu, dass du bei der Projektion einen geringeren Abstand zum Grundbrett hast, was im Umkehrschluss bedeutet, dass du größere Abzüge auf dem Grundbrett machen kannst. Für 6x6 würdest du dann ein 60er WA benötigen statt eines 80er. 

 

Gruss Sven. 


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#5 Analoger

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Geschrieben 16 November 2016 - 16:06

Für Mittelformat wird auch eine andere Objektivplatine benötigt- das war bei Dunco-Durst und Kienzle so und wird bei Kaiser auch so sein. Ohne die richtige Platine wird es nichts.

Gibt's für Kaiser auch noch neu, dürfte neu auch nicht so teuer sein.



#6 Commodore Man

Commodore Man

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Geschrieben 16 November 2016 - 16:43

Hm.
Also im Handbuch steht nur etwas von verschiedenen Objekttiven. Von einem Wechsel der Platine steht da nichts. Es wird lediglich erwähnt, dass diese wohl drehbar sei für unterschiedliche Objektivtypen. Was das genau bedeutet entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich glaube über die Abbildungsleistung des Objektives im Bezug der linsenanzahl muss ich mir keine Sorgen machen. Mittelformat ist bei mir nicht in der klasse von hasselblad oder rolleiflex, sondern ich habe eine einfache yashica tlr.

Gruß Christian

#7 Analoger

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Geschrieben 16 November 2016 - 17:09

Bei Kaiser hats für ältere Geräte noch die Anleitung, dieser hat eine Objektivplatine für 50 und wenn die gedreht wird für 80mm Brennweite.  Ist da auch als Abbildung.



#8 Urnes

Urnes

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Geschrieben 16 November 2016 - 20:04

Die Platine wird gedreht damit das 50er näher an der Filmebene sitz und du den entsprechenden Vergrößerungsmaßstab bekommst.

Warum so kurz vor dem Ziel aufhören zu laufen. Wenn du die Yashica etwas abblendest wirst du die Bilder nicht von der Robla unterscheiden können. Du hast also einen vernünftigen Vergrößerer, eine vernünftige Kamera warum solltest du jetzt unter deinen Möglichkeiten arbeiten. Wenn du günstig einen 6-Linser bekommst solltest du ihn nehnen.

Gruss Sven.
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#9 Commodore Man

Commodore Man

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Geschrieben 16 November 2016 - 20:41

Habe jetzt mal explizit gesucht.

 

Mit einem Rodenstock Rodagon 80 4,0 sollte ich ja ganz gut dabei sein. Sind in der Bucht ja schon für 100€ im Sofortkauf zu haben, vom Gebrauchthändler.

 

Bzgl der Kamera: Die Yashica und ich kennen uns noch nicht sehr lange. Bis jetzt war ich alleine im Kleinbild unterwegs, mit einer Minolta 9000. Aber ich glaube, dass ich die Yashica auch lieben lernen werde. Alleine der Lichtschacht ist haptisch ja schon ein traum. Ich kann sie eben nur noch nicht so wirklich einschätzen und im Netz liest man häufiger, dass sie nicht direkt schlecht ist, aber eben auch nicht wirklich gut.

 

Gruß Christian



#10 T.R.

T.R.

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Geschrieben 17 November 2016 - 00:20

Wenn du mit deiner Yashica 6x6 TLR reichlich "auf die Schatten" belichtest, ein Stativ verwendest, auf f/11 abblendest und einen Drahtauslöser verwendest, dann wirst du eine Bildqualität erhalten genau so wie bei einer Hasselblad, die du auf einem Stativ verwendest, einen Drahtauslöser benutzt, auf f/11 abblendest und mit der du auf die Schatten belichtest. Ggf. solltest du vielleicht das Objektiv noch gegen "Seitenlicht" abschatten aber ansonsten wirst du keine Unterschiede feststellen.


Gruß,
Thomas




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