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Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Druckversion

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Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Rolf-Werner - 13-04-2020

Moin,

zwei kurze Fragen, die erste aus reiner Neugier. Seit ich Adotol-Konstant nehme, fällt mir auf, dass der beim Trocknen (Spritzer) gelblich-weißes Pulver hinterlässt. Was ist das? Früher hatte ich immer flüssige Konzentrate, meist Eukobrom, und da trat das nicht auf, sondern ich kannte das nur vom Fixierer.

Zweite Frage: Heute kam es mir so vor, als sei die angesetzte Ladung Stopper faulig geworden. Es roch wie aus einer Blumenvase, wo das Wasser zu lange drin gestanden hat. Kann das sein, oder täuscht mich meine Nase? Ich hab am Fixierer geschnuppert, der riecht leicht schwefelig, so wie immer, aber nicht faulig. Das war zwischendurch weg, aber nach einer Weile kam das immer wieder hoch aus der Schale, auch beim Zurückgießen in die Flasche. Nur der Rest in der Schale roch nicht. Kann das überhaupt? Die Farbe war übrigens ok, also gelb, nicht gekippt.

Vielleicht habt ihr ja Erfahrung damit.

Grüße
Rolf


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Klaus Wehner - 14-04-2020

Jeder Entwickler besteht aus unterschiedlichen Substanzen, die in Wasser gelöst sind.
Wenn das Wasser verdunstet, so bleiben diese Substanzen zurück.
Das gilt auch für Eukobrom.

Es gibt unterschiedliche Chemikalien, die als Stoppbad verwendet werden: Essigsäure, Disulfit, Zitronensäure.
Speziell Zitronensäure ist nicht gut haltbar und neigt dazu zu schimmeln.
Eventuell hast Du ein Stoppbad das Zitronensäure enthält? Das sollte dann regelmäßig ersetzt werden.

Herzliche Grüße
Klaus


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Rolf-Werner - 15-04-2020

Ja Klaus, Zitronensäure. Ist wohl geschimmelt. Ich nehme mal einen anderen Kanister...

Danke für die Hinweise!

Rolf


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Klaus Wehner - 15-04-2020

Stoppbad auf Zittronensäuebasis rasch ersetzen.
Langfristig würde ich ein anderes Stoppbad benutzen.

Herzliche Grüße
Klaus


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - PeterK - 17-04-2020

Hallo,

ein Stoppbad auf Basis Zitronensäure ist so billig, dass es sich nicht auszahlt, es über längere Zeit als Lösung aufzubewahren. Für Positivprozess einfach 1 Esslöffel kristallisierte Zitronensäure auf einen Liter Wasser, umrühren, fertig!

Die Zitronensäure bekommt man in jeder besseren Drogerie oder (vielleicht etwas teurer) Apotheke.

Für den Positivprozess ist es nicht notwendig, ein Firmenprodukt zu kaufen. Wenn (nach Zeit) völlig ausentwickelt wird - was man immer tun sollte - dient das Stoppbad nur dazu, dass kein Entwickler ins Fixierbad verschleppt wird.

Beim Negativ-Entwickeln verwende ich selbst über haupt kein Stoppbad, sondern nur zweimalige Wässerung nach dem Entwickeln. Natürlich entwickelt der Film im Wasser noch etwas weiter, aber bei genauem Einhalten der Wässerungszeit (bei mir: Eingießen, 4x Kippen, Ausgießen) kann ich diesen Unterschied bei der Entwicklungszeit einfach berücksichtigen.


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Dongrappo - 18-05-2020

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Hallo,

ein Stoppbad auf Basis Zitronensäure ist so billig, dass es sich nicht auszahlt, es über längere Zeit als Lösung aufzubewahren. Für Positivprozess einfach 1 Esslöffel kristallisierte Zitronensäure auf einen Liter Wasser, umrühren, fertig!


Was bedeutet lange Aufbewahrung? Und wie hoch ist die Ergiebigkeit bei Zitronensäure?

Ich benutze auch Zitronensäure und finde es eine dufte Sache. Hatte bisher auch keine Probleme und nutze es auch höchstens für 3 Tage, wenn diese nicht lang auseinander liegen, also höchstens zwei Wochen Lagerung. Nur ist natürlich die Langzeitwirkung, Archivfestigkeit immer so eine Frage. Wobei ich in absehbarer Zeit nur PE Papier verwende.

Bi der Negativentwicklung stoppe ich auch nur mit Wasser und hatte noch nie Probleme.


RE: Zwei Fragen zu Adox-Chemie - Klaus Wehner - 20-05-2020

Der wesentliche Sinn eines Stoppbades ist es, das folgende Fixierbad zu schützen.

Der Entwickler ist stark alkalisch, das Fixierbad ist in der Regel leicht sauer.
Das Stoppbad neutralisiert die alkalischen Reste des Entwicklers und verhindert so, daß das Fixierbad durch eingeschlepptes Alkali langsam seinen pH Wert ändert.

Es kommt auf die Details bei der Verarbeitung an, ob man auf ein Stoppbad einsetzt oder nicht.

Ich persönlich fixiere nach der "Zweibad-Methode". Das zweite Fixierbad ist dabei immer (relativ) frisch.
Im Negativprozess nutze ich das Fixierbad zusätzlich nur einmal.
Unter solchen Umständen würde tatsächlich nur eine Wässerung nach der Entwicklung ausreichen.

Wird nur ein Fixierbad eingesetzt und wird dieses über einen längeren Zeitraum verwendet, so würde ich sicherlich nicht auf ein Stoppbad verzichten.
Gerade beim Positiv-Prozess fällt es zunächst kaum auf, wenn das Fixierbad nicht mehr vollständig arbeitet.
Die Folgen bleiben zunächst unbemerkt und zeigen sich dann oft erst Wochen oder Monate später.

Eine sichere Fixierung ist extrem wichtig.
Ein Stoppbad kann das Fixierbad eventuell vor vorzeitigem Aktivitätsverlust schützen.

Empfehlenswert ist es, das Fixierbad immer wieder zu testen ("Klärzeit").
Empfehlenswert ist eine "Zweibadfixierung" (dann ist ein Stoppbad eventuell entbehrlich).

Herzliche Grüße
Klaus