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Wilon 1:3,5/50 kennt das Jemand von Euch?
#1
Hallo liebe Leute

Bei all dem Zeug das ich nun angesammelt habe, war unter Anderem auch ein Wilon 3,5/50mm Will. Wetzlar Objektiv dabei. Das sieht recht modern aus, aber es gibt fast keine Informationen zu dem Objektiv.
Zur Firma findet man jedoch einige Informationen.

Aufgrund der Anfangsöffnung, tippe ich mal wild auf einen Tessar Typ.

In eine englischsprachigen Thread, habe ich nur ganz kurz, eine wahre Lobeshymne über besagtes Wilon gelesen, an anderer Stelle dann durchschnittliches. Jedoch nur kurze erwähnung, ohne weiter Info, oder Beispiele etc.

Es hat einen ca. 23mm Durchmesser und ich habe es gerade eben in den alten Liesegang Uni-Rax II Platte, gegen das verbaute Enna-Trigmat 1:4,5 f=6cm "C" getauscht. Die Ergebisse mit dem Enna bei 13x18 Vergrößerungen die ich Gestern machte, sehen gar nicht mal schlecht aus.
Allerdings hat das Wilon eine höhere Lichtstärke und einen weiteren Blendenbereich der bis f22 geht, das Enna nur bis 11.
 
Und warum der Uni-Rax? Nun, mir gefällt der alte Liesegang Vergrößerer von der Haptik her sehr gut. So viele Details in der gesamten Konstruktion. Alleine die Kunststofflasche an der Säulenskala, die durch die Opallampe leicht beleuchtet wird und so im Dunkel genau ablesbar ist, welche Höheneinstellung man benutzt. Die Buchbildbühne mit AN Glas oben, eingebauten roten Fenstern für die Filmnimmer die in rot projeziert werden und die kleine "Test" Tafel um die Schärfe gut einstellen zu können ist schon klasse. Auch die Scharfstellung geht sehr feinfühlig und präzise von der Hand.

Zurück zum Thema: Hat jemand Erfahrungen mit dem Wilon?

Ach ja, bei einigen älteren Kaisermodellen (7002, 6002, 3502) war laut Bedienungsanleitung ein Wilon, allerdings für MF 4,5/75mm, neben Schneider-Kreuznach und Rodenstock mit im Angebot.

Noch eine Frage, könnte man ein 23mm Objektiv via Adapter auf 39mm umrüsten?

So viele Fragen.

Herzliche Grüße
Werner
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#2
Das Objektiv kenne ich nicht aus eigener Anschauung.
Für mich spricht aber einiges dafür, daß es eine einfache Konstruktion  mit einer eher mittelgradigen Leistung ist.

Beim Vergrößerungsobjektiv würde ich keine Kompromisse machen.
Gute Objektive kann man derzeit noch relativ günstig erwerben.

Mit einem ordentlichen 4-linsigen Vergrößerungsobjektiv bekommst Du gute Vergrößerungen.
Für etwas höhere Ansprüche und größere Vergrößerungsmaßstäbe würde ich ein 6-linsiges Vergrößerungsobjektiv empfehlen.

Bitte bedenke, daß Du viel Zeit und Verbrauchsmaterial investiert.
Da ist sparen am falschen Platz nicht das was Dich dauerhaft zufrieden stellen wird.

Herzliche Grüße
Klaus
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#3
(20-12-2019, 11:13 AM)Klaus Wehner schrieb: Das Objektiv kenne ich nicht aus eigener Anschauung.
Für mich spricht aber einiges dafür, daß es eine einfache Konstruktion  mit einer eher mittelgradigen Leistung ist.

Beim Vergrößerungsobjektiv würde ich keine Kompromisse machen.
Gute Objektive kann man derzeit noch relativ günstig erwerben.

Mit einem ordentlichen 4-linsigen Vergrößerungsobjektiv bekommst Du gute Vergrößerungen.
Für etwas höhere Ansprüche und größere Vergrößerungsmaßstäbe würde ich ein 6-linsiges Vergrößerungsobjektiv empfehlen.

Bitte bedenke, daß Du viel Zeit und Verbrauchsmaterial investiert.
Da ist sparen am falschen Platz nicht das was Dich dauerhaft zufrieden stellen wird.

Herzliche Grüße
Klaus

Dank für deine Einschätzung Klaus.

Wegen dem Wilon frage ich eher aus Neugierde, denn als 50er habe ich ein Componon-s und für MF eine 105mm Anaret. Das 2,8/50 Nikon EL, welches mir neulich zugelaufen ist, ist leider innen richtig pelzig. Für den Winter mag das passend sein, optisch eher nicht. :-D

Das Wilon wurde in einem englischsprachigem Forum, von einem Nutzer, der einzige Erfahrungsbericht des besagten Objektivs das ich überhaupt finden konnte, mit Schneider und Rodenstock Apo Objektiven verglichen.
Was sich aber sicherlich rumgesprochen hätte. Wobei Will Wetzlar wohl schon richtig gute Modelle in anderen Bereichen gebaut hatte.
Auf dem Vergrößerungsbrett sieht die Projektion allerdings bis in die Ecken bei Offenblende schon knachscharf und kontrastreich aus. Ein guter Vierlinser könnte es schon sein.
Ich werde es einfach mal am Liesegang versuchen das mit 23mm Objektivplatte versehen ist.

Nur im 75/80mm Bereich fehlt mir noch ein Gutes. Ich habe noch 2 Stück Rodenstock Trinar 75mm, eines mit Pilzbefall, das andere O.K:. Alleine von der Haptik her eher unterirdisch. Optisch wohl bis zu kleineren Formaten O.K. Nur mein 50mm Rolleinar EL ist mechanisch fast genauso mies.

Nun, mit dem 50er Schneider und dem 105er Anaret komme ich schon sehr weit und bin froh das die bei den Krokussen dabei waren und freue mich so gutes Werkzeug mein eigen nennen zu können.

Trotzdem gefällt mir das Wilon am Liesegang und ich würde einfach gerne etwas über die Linse wissen.

Ach ja, da ich an der Armutsgrenze (für westliche Verhältnisse) mein Dasein friste, nun was für die meisten anderen Fotofreunde und arbeitende Menschen keine wirklich Erwähnung wert ist, ist eben bei mir ein oft leider ein echtes Thema. Da ich aus Zeiten da es mit selber finanziell recht gut ging weiß, dass man das einfach nicht nachvollziehen kann, ist das nie als Vorwurf gemeint.
Da freut es mich das ich gerade eine Menge Papier geschenkt bekam und das meiste trotz des alters tadellos funktioniert. 

Das ist alles nun kein Problem, nur weise ich gerne mal darauf hin, um ein wenig zu relativieren und vielleicht denkt sich dann auch der geneigte Leser, stimmt, mir geht es schon wirklich ziemlich gut und ist kann etwas Dankbarkeit für seine Situation empfinden. Was etwas sehr schönes ist, wie ich finde.

Man ist ja doch gerne mal geneigt eher die leere Hälfte des eigenen Glases zu besingen, nicht wahr?!

Oje das ist jetzt eine Predigt geworden, oder? Nun es ist ja Adventszeit.

Also Danke für die praktischen Hinweise und inhaltlich gebe ich dir in deiner Einschätzung vollkommen recht.
"Gute Objektive kann man noch recht günstig erwerben". ja, da zeichnet sich ein Trend ab, oder? Die Preise steigen wieder was Labortechnik angeht. Zumindest was ich die letzten paar Jahre beobachtet habe.

Herzliche Grüße
Werner
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#4
Wenn Du zu dem Wilon ein anderes Objektiv mit ähnlicher Brennweite zur Verfügung hast, so kannst Du ja einfach je eine Vergrößerung mit  beiden Objektiven anfertigen.
Dann kannst Du selbst entscheiden wie leistungsfähig das Objektiv ist.
Die deutlichsten Unterschiede würde ich im Kontrast und bei dem Abfall der Schärfe zu den Ecken hin erwarten.

Sicherlich ist es kein Problem für Dein Wilon bei einem Dreher ein Adaptergewinde auf M 39 anfertigen zu lassen.
Eventuell lässt sich das auch auf einen 3 D Drucker rasch ausdrucken.
Die Frage ist, ob sich der Aufwand lohnt.

Herzliche Grüße
Klaus
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#5
Noch ein kurzer Nachtrag:

Ein 75 mm oder 80 mm Vergrößerungsobjektiv ist nicht unbedingt notwendig, wenn Du ein 105 mm Anaret zur Verfügung hast.
Damit lassen sich Deine 6x6 Negative (wahrscheinlich) auch sehr gut vergrößern.
Du brauchst einen etwas größeren Auszug des Balgens und bekommst einen etwas größeren Abstand zum Grundbrett.
Aber ich vermute, daß beides kein Problem sein wird.

Probier es mal aus.

Wenn das funktioniert ist der Vorteil dabei, daß Du nur den zentralen Bereich des Bilderkreises nutzt und den tendenziell schwächeren Randbereich meidest.

Herzliche Grüße
Klaus
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#6
(22-12-2019, 02:11 PM)Klaus Wehner schrieb: Noch ein kurzer Nachtrag:

Ein 75 mm oder 80 mm Vergrößerungsobjektiv ist nicht unbedingt notwendig, wenn Du ein 105 mm Anaret zur Verfügung hast.
Damit lassen sich Deine 6x6 Negative (wahrscheinlich) auch sehr gut vergrößern.
Du brauchst einen etwas größeren Auszug des Balgens und bekommst einen etwas größeren Abstand zum Grundbrett.
Aber ich vermute, daß beides kein Problem sein wird.

Probier es mal aus.

Wenn das funktioniert ist der Vorteil dabei, daß Du nur den zentralen Bereich des Bilderkreises nutzt und den tendenziell schwächeren Randbereich meidest.

Herzliche Grüße
Klaus

Das ist schon klar. Nur habe ich wegen der kurzen Säule des Kaisers schon mal die Grenze erreicht. Dazu zeugt dann die, eh schon filigrane Säule, noch mehr ihre Schwächen was die Stabilität angeht.
Und bei kleinen Abzügen kommt der Balgenauszug für die Schärfe auch an die Grenze. 10x15 bei 6x6 bekomme ich nicht mehr scharf.
Nun da kann ich auf den Krokus ausweichen. Nur fehlt mir da noch eine ordentliche Negativbühne.

Das ein eher zu "großes" Objektiv besser ist, da ich im optimaleren mittleren Bereich der Optik bleibe ist mir schon klar. Wobei die teuren Objektive dann natürlich eh bis zu den Rändern meist mit etwas Reserve sauber und scharf abbilden können.

Es wäre eben wegen dem Säulenhöhe und Balgenauszug gerade für die kleinen Kaiser von Vorteil. Ansonsten bin ich von der Leistung des 4,5/105 Anaret sehr übertrzeugt.
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#7
Ja, wenn es mechanisch nicht passt, dann ist nicht viel zu machen.

Möglich wäre es, den Balgenauszug durch einen Zwischenring zu verlängern.
Die Säule zu verlängern wäre auch möglich- das ist aber sicherlich zu aufwändig.
Sich auf etwas kleiner Vergrößerungsformate zu beschränken wäre dagegen ein Maßnahme, die auch der Bildqualität zugute käme.
Welche Vergrößerunmgsmaßstäbe  strebst Du denn so an?

Das Anaret ist ein gutes und preisgünstiges Objektiv.
Mit etwas Geduld lässt sich bestimmt auch ein 75 mm Anaret finden.

Häufig bekommt man auch ein Ysaron recht preiswert zu kaufen.
Qualitativ ist das vergleichbar.

Herzliche Grüße
Klaus
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#8
So, erst einmal wünsche ich ein tolles und gesundes neues Jahr 2020! (Willkommen in der Zukunft!!!)

Also die Kaisers habe ich nun modifiziert. Will sagen da habe ich oben bei beiden AN Glas einkleben können und es ist plan.
Es gäbe noch die Möglichkeit eine neuere und größere Säule für den Kaiser anzuschaffen. 
Wobei die Einzelteile immer viel viel teurer sind als komplette Sets. Nur werden die hier im Norden kaum angeboten. Im mittleren und südlichen Teil Deutschlands findet man öfter mal gute Angebote, oder sogar kostenloses gutes Gerät.

Mit den Objektiven bin ich soweit sehr zufrieden. Das Nikon 2,8/50 habe ich demontieren und reinigen können. Da war im inneren eine Schicht auf den Gläsern. Jetzt ist noch ganz am Rand wohl ein ganz wenig "Glaspilz" an der vorderen Linse; innen, den ich nicht ganz wegbekommen konnte. Sollte jedoch nicht Bildrelevant sein und laut Berichte werden wohl keine Sporen an die Umwelt abgeben, die gefährlich für die anderen Optiken wären. Außerdem setze ich alle Glasteile, Optikern, Kondensorgläser nach der Reinigung dem Tageslicht aus, da UV Strahlung und Luft wohl die Feinde von Pilzsporen sind.

Das Wilon werde ich noch mal später testen. Denn ich glaube das es durchaus ein recht brauchbares Objektiv ist.

Also dann, vielen Dank und herzliche Grüße und gut Licht wünscht
Werner
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#9
Bei dem Objektiv wird es sich vermutlich um einen einfaches Triplet handeln. In einem alten Buch habe ich ein paar Objektive von Wilon aufgelistet gesehen. Es sind alles 3-Linser. Allerdings ist da nur ein 4.5/50 mm Objektiv dabei und nicht das 3.5/50.

In meiner Jugend war mein Taschengeld knapp und selbst 3-Linser für mich teuer. Heute sind aber selbst APOs günstig zu haben und daher mein Standard beim Vergrößern.

Viele alte Objektive, auch von bekannten Marken, sind 3-Linser. Selbst Leitz hatte solche Objektive im Angebot.

Viele Grüße
Renate
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