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Zwei Fragen zum Adox Selentoner
#1
Hallo zum Ostersonntag,



in Ermangelung von Eiern möchte ich heute zum ersten Mal Bilder tonen. Vor mir steht eine Flasche Adox Selentoner. Bevor ich mich ans Experimentieren mit verschiedenen Zeiten und Verdünnungen wage, möchte ich aber erst noch zwei Fragen stellen:



Es gibt da eine Diskrepanz zwischen der Flaschenbeschriftung und dem Text im Fotoimpex-Shop. Auf der Flasche steht:



Zitat:In der Verdünnung 1+5 wird gleichzeitig eine Steigerung der Maximalschwärzen erzielt.

Verdünnung zur Tonung: 1+10 bis 1+25

Verdünnung zur Bildstabilisierung: 1+50 bis 1+200



Im Shop liest man:

Zitat:zum Tonen 1+20 bis 1+50

nur zur Bildstabilisierung 1+100 bis 1+400



Mich interessiert vor allem die Tonung und die Steigerung der Maximalschwärzen. Aber wie nun beginnen: 1+5, oder 1+10, oder 1+20? Und findet in den zwei letzteren Verdünnungen keine Steigerung der Schwärzen statt? Und was ist mit 1+5, tont das etwa nicht, wie auf der Flasche impliziert? Oder wie jetzt?





Die zweite Frage ist ganz kurz: Wie ergiebig und haltbar ist so eine verdünnte Mischung? Ich nehme an, man entsorgt sie nicht nach nur einmal tonen.





Ich freue mich über aufklärende Antworten! Danke!



Morte
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#2
Hallo Morte,



sind alle noch beim Eiersuchen.



Im Zweifel gilt das, was auf der Flasche steht.

Nimm einfach ein kleines entwickeltes Testschnipsel Papier mit vollem Schwarz, setze wenig Lösung mit 1+5 an, halte das Schnipsel nur zur Hälfte nach Anleitung hinein, wässern, trocknen und Wirkung prüfen. Dann Lösung verdünnen auf 1+10 und gleiches mit weiterem Schnipsel. Ggf. noch weiter verdünnen. Dann weisst ganz genau, was Dir gefällt und zu Deinem Papier passt.



Angesetzte Lösung hält Jahre. Verbraucht ist sie dann, wenn sich die Tonungszeit aufällig verlängert.



Gruß Wolfgang
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#3
Ich benutze 1+10. Damit kann man die Maximalschwärze deutlichvertiefen. Die Stärke der Wirkung lässt sich durch die Tonungszeit beeinflussen, je nach Papier zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten.Selentoner hält ewig (Jahre).
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#4
Ich benutze Selentoner in der Verdünnung 1+20 bis 1+40. Aktuelle Papiere lassen sich zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten im Kontrast beeinflussen, sprich die Schwärzen nehmen zu. Es bleibt aber noch genügend Luft zum Schwefeltonen.
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#5
Zu nächst einmal vielen Dank für die Antworten.



Ich habe jetzt begonnen, mich mit Verdünnung 1+5 an die Sache ranzutasten. Mein erster Eindruck ist, dass Fomabrom, welches ich verwende, relativ wenig auf den Toner reagiert. Da ich gelesen habe, dass auch der Entwickler eine Rolle spielen soll, habe ich Abzüge verwendet, die ich mit Adotol Konstant, Neutol WA und Neutol NE entwickelt habe. Vergleichen werde ich morgen, wenn alles getrocknet ist.

Ein Versuch mit Fomatone (PE) brachte recht heftige Ergebnisse, was nicht verwundert. Ein dunkelschokoladiger Ton, immerhin schöner als das ewige Sepia.



Auf der Flasche sind Vorschläge für Warmton- und für Kalttonpapiere zu lesen. Das Fomabrom ist nun keines von beiden. Da steht man nun da. Das stört auch an diversen anderen Stellen: Die meisten Papiere zum Beispiel bei Fotoimpex, aber auch woanders werden als Neutraltonpapiere beschrieben. Nur selten stößt man auf ein wirkliches Warm- oder Kalttonpapier. Da ist es verwunderlich, dass gerne so unterschieden wird bei Entwicklern usw. ...



Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Dokumentation in der "Gebrauchsanweisung" gewünscht, denn beim Erstversuch gerät man doch ziemlich ins Schwimmen, erst recht, wenn die oben genannten Diskrepanzen auftreten in der Beschreibung. Sicher kann und soll man keine Rezepte für jedes Papier erwarten, aber es ist schon recht dürr, was da auf der Flasche steht. Immerhin ist das nicht nur ein Fixierbad oder so.



Genug des Gegrummels: Ich bin gespannt auf den Vergleich morgen.



Schönen Abend noch usw.



Morte
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#6
> es ist schon recht dürr, was da auf der Flasche steht



Da gibt es aber wirklich nicht viel zu sagen. Die Tonwirkung hängt eben vom Papier und von der Zeit ab, und das sieht man dann ja. Was soll man da noch mehr Worte machen?

Zu den Papieren: Warmtonpapiere sind feinkörnig, also ein Pendant zum niedrigempfindlichen Film. Die Silberkörner haben ein viel größere Oberfläche und sind deshalb dem Tonverfahren viel stärker zugänglich. Normale Papiere und besonders PE-Papiere bekommen nur wenig Wirkung ab: Die Schwarzen werden etwas tiefer, etwa eine halbe Kontraststufe und der Bildton wechselt nach leicht violett, was man meits nur im direkten Vergleich sieht. Warmtonpapiere wechseln von Violett in Richtung Braunrot, das ist sehr deutlich.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#7
Ich nutze ebenfalls diesen Selentoner für mein Fomabrom-Papier.

Eine Erhöhung der Maximalschwärzen lässt sich nur marginal erreichen. Um so etwas feststellen zu können, muss man sich schon zwei (getrocknete!) Stückchen Papier längere Zeit im Licht betrachten. Im nassen Zustand sieht dies noch anders aus, aber das Fomabrom "zieht" beim Trocknen an. Auch der Grünstich, welcher bei einem Warmtonentwickler auftreten kann, verschwindet beim Trocknen zu einem großen Teil. Durch den Selentoner wird besagter Grünstich vollends neutralisiert.

Als Tonung im Sinne einer Farbverschiebung ist Selentoner bei Neutraltonpapieren wie das Fomabrom sicherlich nicht zu gebrauchen. Wer möchte schon magentafarbene Bilder?

Sehr schöne Ergebnisse gibt es aber beim "Lithen". Hier benutze ich das alte Orwo-Papier. Das gelbliche Ocker verwandelt sich im Selentoner in ein recht schönes Braun. Hier "ziehen" die Schwärzen auch klar an.

Ich hatte keine Unterschiede bei verschiedenen Verdünnungen und Temperaturen machen können: Je höher verdünnt, desto länger dauert der Prozess. Ich verdünne 1+29 - da braucht mein Fomabrom ca. 2 Minuten bevor der grässliche Magentastich einsetzt. Diese Lösung hält vielleicht zwei Wochen. Danach muss ich eine neue ansetzen.

Gruß,

Thomas
Gruß,

Thomas
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#8
Wenn du wirklich eine deutliche Erhöhung der Maximalschwärzen erreichen willst ist Goldtoner die bessere, aber auch teurere Wahl. Damit bekommt man mit jedem Papier ein tiefes, kühles Schwarz hin. Warmtonpapiere und Lithprints bekommen einen blauschwarzen Ton.



Selentoner verwende ich nur, um die Haltbarkeit von Prints zu verbessern und um dem Fomatone den Grünstich auszutreiben. Dazu tone ich in Verdünnung 1+15 so ungefähr 1 bis 2 Minuten lang.
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#9
Hallo allerseits,



ich habe eben die Ergebnisse verglichen und bin ziemlich zufrieden. Da ich vom Selen-Tonen weder Weltwunder noch eine krasse Farbverschiebung erwartet und gewollt habe, kann ich schon sagen, das erreicht zu haben, was ich (ungefähr) mir vorstellte. In der Verdünnung 1+5 haben mir die Ergebnisse bei 2 min mit dem Fomabrom-Papier am besten gefallen. Ich bilde mir ein, dass die Schatten bei den mit Adotol Konstant entwickelten Abzügen etwas "tiefer" und satter sind als die mit Neutol WA/NE behandelten. Das kann aber täuschen, zumal ich jetzt auch ein anderes Objektiv verwende und die Entwicklungszeit von 2 auf 3 min (bei Anpassung der Belichtung, klar) erhöht habe.

Fakt ist jedenfalls:

- Die Schwärzen wurden vertieft

- der Kontrast dadurch gesteigert, ebenfalls der Lokalkontrast, was ich sehr schön finde, plus einem leicht gesteigerten Schärfeeindruck

- der Bildton bei 2 min geht, je nach Lichtquelle, ganz leicht ins Rötlich-braun-magenta-farbene (klingt unlogisch, finde aber keine anderen Begriffe), ist aber angenehm für meinen Geschmack.



Die genaue Badezeit kann man natürlich je nach Geschmack und Motiv noch anpassen, ich werde jetzt von 2 min ausgehen.



Noch kurz zu Pius Einwurf:



Klar hast du recht, man muss probieren. Auf jeder Flasche Fixierer aber stehen schon genauere Angaben zu Verarbeitung und vor allem Wässerung, und das erwarte ich auch hier. Denn immerhin setzt man den Abzug einer neuen Chemikalie aus und sollte über deren Wirkung und Grenzen informiert werden. Immer noch unklar ist mir nämlich:

- wie lange muss man nach einem Selenbad wässern?

- macht es einen Unterschied bei der Wässerungszeit, ob man einen sauren, neutralen oder alkalischen Fixierer benutzt vorher?

- muss man fließend wässern oder stehend?

- spielt die Temperatur eine Rolle?



Da Selentoner ja auch gerade zur Steigerung der Haltbarkeit genutzt wird, sind das wichtige Details, die ich auf so einem Waschzettel/Etikett erwarte.



Ansonsten will ich jetzt aber kein Meckerer sein, sondern freue mich über eine neue Erfahrung und verbesserte Bilder. Vielleicht kann der eine oder andere ja meine offenen Fragen noch beantworten.



Dank und Gruß

Morte
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#10
> wie lange muss man nach einem Selenbad wässern?

Es muss ganz normal gewässert werden, wie nach dem normalen Fixieren auch. D.h. Barytpapiere brauche die volle Wässerungsorgie, PE ist ja viel genügsamer.

Vor dem Tonen muss übrigens auch sehr gut gewässert werden, da nicht ausgewaschenes Silber-Thiosulfat auch dunkel tont und Schleier erzeugt
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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