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Silvermax Praxistest
#1
Hallo Analogfans, Mit grosser Neugier habe ich die Berichte über den neuen Silvermax von ADOX gelesen. Leider konnte ich wenig brauchbare Infos entdecken. Daher habe ich mir kurzerhand 10 Rollen und den zugehörigen Entwickler kommen lassen und meinen eigenen Test gemacht. Sehr handgestrickt und auf meine tägliche Praxis zugeschnitten. Aber vielleicht kann ja der eine oder die andere für eigene Anwendungen etwas daraus brauchen. Der Test und die zugehörigen Bilder sind auf meiner Webseite zu finden. Ich möchte hier nur zusammenfassen, dass der Film mit dem speziellen Entwickler äusserst gutmütig ist, will sagen, man bekommt den vollen Umfang an Grautönen in einem für die analoge Vergrösserung geeigneten Kontrastumfang. Und das, ohne Experimente. Ich habe auf 100 ASA belichtet und 11 Minuten nach Anleitung im Silvermax entwickelt. Alles hat auf Anhieb gesessen. Auf dem ersten Film habe ich zur Kontrolle die Zonen 1 - 10 aufgenommen und mit dem Belichtungsmesser ausgemessen. Der Kurvenverlauf entspricht bis auf die höchsten beiden Zonen der Idealkurve. Wie gesagt: es ist ein unprofessioneller Test ohne Sensitometer. Aber im Falle von Kleinbild fotografiere ich auch relativ unbeschwert. Daher bin ich sehr froh über diesen Film. Ich hoffe, er wird eine Weile auf dem Markt bleiben.Test und Bilder unter [url="http://www.gilbert-mayer.ch"]http://www.gilbert-mayer.ch[/url] - unter Bildergalerie gleich der erste Artikel. Grüsse an alle und fotografiert was das Zeug hält!
#2
[quote name='gilbjoel' timestamp='1353076139' post='15256']

Ich möchte hier nur zusammenfassen, dass der Film mit dem speziellen Entwickler äusserst gutmütig ist, will sagen, man bekommt den vollen Umfang an Grautönen in einem für die analoge Vergrösserung geeigneten Kontrastumfang. Und das, ohne Experimente. Ich habe auf 100 ASA belichtet und 11 Minuten nach Anleitung im Silvermax entwickelt. Alles hat auf Anhieb gesessen.

[/quote]



Dem kann ich mich nur anschliessen. Eine sehr angenehm zu verarbeitende Kombination mit schoenen Resultaten.

Den Film als 120er oder sogar Planfilm... waere schon eine feine Sache!
#3
Vielen Dank für den Beitrag.

Meine Silvermäxe liegen seit 4 Wochen unentwickelt auf dem Schreibtisch weil wir mit dem Produzieren nicht hinterher kommen, was ja auf der anderen Seite auch gut ist.



Zum Thema Roll- und Planfilme werde ich gleich etwas anmerken, möchte aber vorausschicken, dass wir hier zurst einen neuen Fim vorbereiten, der an den wegbrechenden CHS 100 anknüpft und der als Vollsortiment angeboten werden wird (geplant ab Juni 2013).



Silvermax ist ein sehr aufwendig und teuer zu produzierender Film, der aktuell auf Basis von der Agfa "geerbter" Einsatzstoffe hergestellt worden ist.

Wir müssten ihn wesentlich teurer anbieten als z.B. FP4 oder Kentmere, wenn wir ihn jetzt mit neu gekauften Einsatzstoffen nachproduzieren würden. Um auf einen halbwegs wettbewerbsfähigen Preis beim Beguss (nur beim Beguss) zu kommen müssten wir auch noch eine sehr große Menge herstellen.

Beides widerspricht sich aber leider. Ein sehr große Menge von einem sehr teuren Film herstellen zu müssen überzeugt einfach keinen Kapitalgeber.

Wir reden hier über Summen, die wir auf keinen Fall alleine investieren können und die auch kein anderer Marktteilnehmer investieren würde. Hier geht es um den Preis einer gazen Reihenhaussiedlung nur um einen Film in den Händen zu halten.

Das Problem stellt sich auch bei allen anderen Herstellern. Es ist ja nicht so, dass überall neue Filme auf den Markt kommen und nur bei uns nicht ;-)

Noch dazu würde sich dieser Effekt mit dem Preisabstand bei Roll- und Planfilmen pro Bild überproportional gegenüber dem Kleinbildfilm auswirken da bei diesen beiden Filmformaten der Rohfilm gemessen an allen Produktionskosten einen höheren Anteil hat.

Fazit: Uns ist klar, dass der Kunde am liebsten immer alles in allen Formaten haben möchte aber aufgrund der Preis- und Wettbewerbssituation im Markt können wir bei allem Goodwill auch nicht immer alles so umsetzen wie es der Kunde gerne hätte.

Schließlich garantiert ja auch keiner von Euch uns eine entsprechende Mindestabnahmemenge zu dem entsrechendem Zielpreis.

Insofern müssen wir selber das Rsiko analysieren und ggf. tragen oder eben vertagen.

Ganz konkret sieht es beim Silvermax so aus, dass wir genug Kleinbild-Material produziert haben um den Film für 5-10 Jahre anzubieten (je nach Erfolg). Innerhalb dieser Zeit wird sich viel verändern. Die Peise werden nicht so bleiben wie sie sind. Ändert sich das Preisniveau ändern sich unsere Möglichkeiten. Läuft der Film sehr gut, können wir den KB sicher am Markt halten, da wir ja dann über belastbares Zahlenmaterial verfügen um eine entsprechende Investition abzubilden.

Läuft er schlecht, tendiert die Verfügbarkeit des vorhandenen Materials gegen undendlich ;-)

Alternativ können sich täglich neue technische Möglichkeiten ergeben, die z.B. eine kleinere Begußlosgröße ermöglichen (heute nicht abbildbar). Eine sehr kleine Menge von einem teuren Film, würde man wieder machen können.



Der Film ist ein ganz hervorragender Kleinbildfilm, da er hohe Motivkontraste bewältigt und so der typischen Anwendung in einer Kleinbildkamera entspricht wo ja ein Film länger verweilt und mit verschiedenen Motivsituationen klar kommen muss. Er ist eine echte Bereicherung im Markt und etwas neues.

Er funktioniert mit seinem Entwickler auf Anhieb, liefert gute Ergebnisse und ist nicht zu teuer.

Wir kommen, wie oben erwähnt, mit der Konfektionierung nicht hinterher.

Es lohnt sich dem Film eine Chance zu geben, auch wenn er nicht als Roll- und Panfilm verfügbar ist.



Viele Grüße,



Mirko
#4
Oh nein, Mirko. Ich wollte dich nicht noetigen ein weiteres mal die Gruende fuer die Nichtproduktion von Roll- und Planfilm zu erlaeutern; das hast du ja schon etliche male an anderen Stellen getan.

Meine Stichelei war eher augenzwinkernd gemeint.



CHS 100-Ersatz hoert sich gut an. Mir kam es allerdings immer so vor, dass der 50er und 25er oefter ausverkauft war als der 100er. Gerade am 50er schaetze ich die Grautoene und die unkomplizierte Handhabe beim Belichten und Entwickeln (der 25er soll ja etwas anspruchsvoller sein bei der Entwicklung). Darf man fragen, was der Grund ist, dass ihr den 100er vorzieht?



Timgruss
#5
Hallo zusammen

Ich melde mich nochmals mit einem Nachtrag. Ich glaube auch, dass der Silvermax als Kleinbildfilm einen sehr grossen Nutzen hat wegen seiner Ausgeglichenheit und Gutmütigkeit. Ich zitiere (nicht wörtlich) Ralph Gibson, der mit seiner Leica laufend die Belichtung misst und nachführt, um stets schussbereit zu sein. Trotzdem sagt er offen, dass auf einem Film Belichtungen zwischen 100 und 1000 ISO drauf sein können, je nach Motiv. Er nutzt dabei die Gutmütigkeit des TriX für seine Bilder. Und die Resultate sind beeindruckend. Genau diese Vorteile hat man noch ausgeprägter beim Silvermax. Und das mit 100 ASA, feinem Korn und für jeden nachvollziehbarer Verarbeitung.

Die Silvermax-Bilder auf meiner Webseite sind übrigens mit einem Focomat 1C, also einem eher hart arbeitenden Vergrösserer geprintet. Alle mit Filter 2 oder 3 und ohne Nachbelichten.

Für grössere Formate stehen uns Analogfreunden nach wie vor sehr geeignete Materialien zur Verfügung. Der TriX kann seine Vorteile ausspielen ohne dass sein Korn allzu störend wirkt.

Gerade beim Planfilm bin ich jedoch auch auf ein kostengünstiges Produkt angewiesen. Bei diesen Formaten belichte ich präzise und überlegt. Ich teste die Filme ein und entwickle je nach Motiv mit mehr oder weniger Kontrast. Da wäre der Silvermax also zuviel des Guten. Und ganz ehrlich, wenn er dann teurer als Ilford wäre, würde ich ihn kaum kaufen können oder wollen.

Ich werde in den nächsten Tagen einen anderen Test veröffentlichen, den ich mit dem Fomapan 200 gemacht habe. Denn leider sind mir mit dem Rollei Tonal und dem CHS 50 meine beiden Planfilme auf einen Schlag abhanden gekommen.

Ich wollte mit diesem Nachtrag nur meine persönliche Meinung einbringen zur Frage, ob es den Silvermax auch in grösseren Formaten braucht. Ich meine, nicht unbedingt. Und vor allem meine ich, es wäre schade ihn als Kleinbildfilm nicht einzusetzen, nur weil es ihn in den anderen Qualitäten nicht gibt. Ich begreife, dass man nicht unbedingt eine Vielzahl von verschiedenen der Sn eintesten möchte, aber gerade im Falle des Silvermax ist ein Eintesten nicht unbedingt nötig. Der funktioniert einfach so. (Mit den zugehörigen Entwickler).



Viel Spass allen, die gerne fotografieren



Gilbert
#6
Zitat:Darf man fragen, was der Grund ist, dass ihr den 100er vorzieht?



zwei Dinge:



1) Vom 100er haben wir so viel verkauft wie vom 25er und 50er zusammen

2) Der 100er ist machbar, da bereits vorhanden und in laufender Produktion. Einen 25er oder 50er müssen wir erst bauen.



Wir gehen also so vor wie es der Marktlage und den Umsetzungsmöglichkeiten entspricht (das machbare zuerst und der größere Markt vor dem kleineren) ohne dass das bedeutet, dass niemals ein 25er oder 50er folgen wird.

Wir sind sogar schon an einem niedrigempfindlichen dran, da ist aber noch nichts so weit, dass man es kommunizieren könnte.



Viele Grüße und viel Spass hinter dem Sucher,



Mirko
#7
Danke fuer die Erlaeuterung, Mirko. Mir kam es bisher immer so vor als seien die langsameren Filme beliebter gewesen. So kann man sich taeuschen.



Hallo Gilbert,

den Silvermax mag ich primaer wegen seiner Darstellung der Toene. Dass er so einen grossen Kopierumfang hat und unkompliziert im eigenen Entwickler zu behandeln ist, ist angenehm, aber nicht ausschlaggebend fuer mich. Wenn ich aber die Toene mag, dann hat man das natuerlich auch gerne in anderen Formaten.

Nun, Adox werkelt an einem CHS 100-Ersatz in vielen Formaten und das wird sicher eine interessante Sache.



Timgruss
#8
...also "langsame Filme" fangen bei mir bei den 100ern an... :-; Ich finde, dass es gerade in dem Bereich genügend Auswahl gibt. Wozu braucht man heutzutage noch 25er oder 50er?? Wenn es mir auf feines Korn ankommt, nehme ich 'ne Mittelformatkamera. Und da bringen bei üblichen Vergrößerungsmaßstäben Filme unter 100 ASA diesbezüglich kaum noch Vorteile... Vorteile bringen niedrigempfindliche Filme allenfalls bei Kleinbild - bloß da weigere ich mich, ein Stativ zu nehmen. Zumal 'ne M-Leica auf dem Berlebach eh' etwas deplaziert wirkt... ;-)



Im Kleinbildbereich sind eher feinkörnige 400er a la TMax 400 gefragt, welche möglichst gut zu pushen sind.
Gruß

Wolf
#9
[quote name='Wolf_XL' timestamp='1353451255' post='15278']

Wozu braucht man heutzutage noch 25er oder 50er??

[/quote]



Hallo Wolf,

weil einige den Look des CHS 50 oder 25 dem des CHS 100 vorzogen (oder auch des sehr schoenen CMS). Gerade bei MF und auch GF ziehe ich langsame Filme vor, weil ich meist ein Stativ dabei habe und mir meine Ergebnisse mit den langsameren FIlmen beseer gefallen.

Es gibt durchaus auch andere Anwendungsszenarien als deine. Und je groesser die Auswahl, desto besser.



Timgruss

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