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Mittelformat mit Kiev 88 - Wer hat Erfahrungen?
#11
@ cfb_de, das ist doch klar, dass man mit der Mittelformat keine Schnappsch?sse von den lieben kleinen Macht,

dachte wir Reden hier vom fotografischen Aufnehmen von Bildern mit bewusster Motivsuche und nicht von Familienfotos. Mache so gut wie nie Schnappsch?sse, egal mit welcher Kamera.



@Marwan, Du schreibst sehr interessant ?ber die Kiev 88, jetzt wird mir einiges klarer, vor allem warum bei drei 1,5 Volt Batterien die mittlere gr?ne Diode immer blinkt obwohl die Batterien voll sind, laut Anleitung hei? das, die Batterien sind leer bzw. wie Du jetzt meinst 4,5 Volt ist zu wenig Betriebsspannung. Original gab es wohl mal eine 5 V Batterie die genau in den Schacht passte.

Der Prismensucher hat bei der Seriennummer eine 89 vorne, also aus dem Wendejahr, die alte Baureihe.

Werde es mit vier 1,5 V Knopfzellen versuchen, das k?nte die L?ung sein.

Nat?rlich gibt es inzwischen einen externen Handbelichtungsmesser, einen Lunasix 3, ein Ausrangierter vom Fotografenmeister. Nur war das Wetter bisher nicht geeignet um Au?naufnahmen zu machen, es ist geplant und auch das Gel?de daf?r ausgeguckt.



gru?fluuu
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#12
Ok, ist immer gut wenn man ein Problem einkreisen kann. Es werden sicher Unterschiede zwischen dem Werten des Gossen (Achtung auch der braucht 1,35 Quecksilber Zellen, unbedingt Adapter verwenden) und des Kiev Prismensuchers sein, das hat aber mit dem Messfeld zu tun. Es ist auch so das man ein wenig mit der Skala spielen muss, denn die 20DIN Einstellung muss nicht Zwangsl?fig an der richtigen stelle sein, so dass man da ein wenig mit Erfahrung den wert ein wenig nach oben oder unten korrigieren kann. Vorsicht mit dem AN/AUS Schalter man vergisst den schnell und der Beli saugt die Batterien schneller leer als man schauen kann. Und unbedingt darauf achten die Anfangs?fnung der entsprechenden Objektive nach dem Wechsel einzustellen, das vergisst man gerne. Sollte das alles nicht helfen muss man halt neu kalibrieren, geht aber auch recht einfach mit ein wenig handwerklichem Geschick.



Noch ein Tipp, man sollte immer einen kleinen Uhrenmacherschraubenzieher dabei haben und die sichtbaren Schrauben kontrollieren, sowohl an der Kamera als auch an den Magazinen wie auch die Madenschrauben an den Objektiven. Letztere l?en sich gerne mal auf Reisen und die Einstellringe l?en sich dann und die Schrauben k?nen herausfallen. Normalerweise sind die Schrauben mit einem Sicherungslack gesichert. Bei Deiner ?teren Kiev w?rde ich das mal ?berpr?fen und gegebenenfalls mit etwas (ICH SAGTE ETWAS!!! und meine sehr wenig!!!) klarem Nagellack die Schrauben sichern.



Noch ein weitere Tipp zu den Magazinen. Wenn kein Film im Magazin ist den Schieber nicht drin lassen, das gilt auch f?r die Hblad. Die Dichtungen sind aus Schaumgummi und sind nat?rlich dann platt gedr?ckt und ben?igen einige Zeit um wieder in Ihre alte Form zu kommen. Daher bei Magazinen die mit Film gelagert werden und mit eingef?hrter Dichtung aufbewahrt wurden, einige Zeit warten bis sie sich ausreichend entfaltet haben bevor man wieder in die pralle Sonne geht.



Wenn mal ein Magazin undicht ist kannst Du Dir Dichtungen bei Hasselblad bestellen, das Wechseln ist sehr einfach. Die Dichtung ist nahezu identisch von der Form, wobei die Hblad Dichtungen um ein vielfaches besser vom verwendeten Material sind.



Ein weit verbreiteter Fehler ist beim Einf?hren der Magazinschieber diese mittig mit einer Schieberspitze zuerst einzuf?hren. Dies f?hrt ung?nstiger weise auch zu Lichteinfall (nicht nur bei der Kiev), da mittig die Dichtung eingedr?ckt wird und an den R?dern dann Licht eindringt, manchmal kann man durch Spiegelungen des silbernen Schiebers den Einf?hrverlauf sogar auf dem Negativ oder Dia sehen . Den Schieber korrekt ansetzen und auch wenn es fummelig ist in ganzer L?ge gleichm?ig einf?hren.



Rollfilme auch wirklich nur im K?perschatten einlegen und aus dem Magazin entnehmen und anschlie?nd sofort in einem dunklen Beh?ter verschwinden lassen, auch das Hinfallen kann an den R?dern zu Lichteinfall f?hren und man ist bei der Kiev schnell dabei die Kamera als ?elt?er zu verd?htigen.



Ja dann w?nsch ich Dir mal viel spass mit der Ukrainerin!



Gruss



Marwan
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#13
Danke f?r die W?nsche.

Wie gesagt der zweite Testfilm viel technisch absolut zur Zufriedenheit aus.

Da es im November immer geregnet oder geschneit hat und es jetzt im Dezember m?htig kalt ist kommt es nicht zu Au?naufnahmen im Gel?de und richte deshalb das Ministudio ein mit Dauerlicht und Diffusor um Filme belichten zu k?nen mit entsprechenden k?nstlerischen Themen und Motiven.

Habe inzwischen den Arbeitstitel daf?r hergeleitet: "Babotschka - Abgr?nde ?berbr?cken". Ist das russische Wort f?r Schmetterling=Psyche=Seele, also 'seelische Abgr?nde' etwas lyrisch umschrieben.



Der Belichtungsmesser im Prismensucher funktioniert nun mit vier Knopfzellen, die gr?ne Lampe blinkt nicht mehr aber der Messer muss unbedingt neu justiert werden, er zeigt zu viel Licht an. Habe mit mehreren Belichtungsmessern gemessen und bin nie auf so kurze Belichtungszeiten bzw. Blenden gekommen. Da gilt es noch zu t?fteln.



Mit der Entscheidung nicht auf sch?es Wetter zu warten, sondern Aufnahmen mit Hilfe des Ministudios zu machen, wird es bald wieder einen belichteten Film geben. Wie im anderen Thread beschrieben macht mir noch die Rondinax 60 Kummer um die Filme dann auch entwickeln zu k?nen.



Hier ein Bild vom ersten Film der Kiev 88:



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gru?fluuu
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#14
Hallo, sch? zu sehen dass hier noch einige andere mit der Kiev 88 unterwegs sind. Ich habe meine 2004 bei ebay erstanden und mir seitdem einiges an anderen Objektiven etc. hinzugekauft. Ich mag meine Kiev und sie hat mich bisher noch nie im Stich gelassen, auch nicht unter extremen Witterungsbedingungen.

Das Messprisma habe ich relativ schnell gegen den Klappsucher (auch gerne WLF = Waist Level Finder genannt) ausgetauscht, da das Prisma von den Messergebnissen zu oft sehr daneben lag und die Kiev 88 mit WLF einfach handlicher ist. Ein externer Belichtungsmesser (am besten mit Spotfunktion) ist finde ich unerl?slich...

fluuu, bin gespannt auf weitere Bilder von dir !
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#15
Hallo,



ja die Kiev 88 ist eine treue Kamera die einen durch Dick und D?nn begleitet und nicht den eigenwilligen Charme verliert. Allein ihre Anwesenheit auf dem Stativ am Ministudio hat eine positive Ausstrahlung.

Der zuletzt belichtete Film ist gerade in der Entwicklung, eine Serie ?ber das Thema seelische Abgr?nde oder wie der Titel verfremdet hei? " Babotschka-Abgr?nde to bridge".

Das russische Wort passend zur Kiev 88 hei? Schmetterling-Psyche-Seele und das englische Wort zur Globalisierung '?berbr?cken', also 'seelische Abgr?nde ?berbr?cken'. Ein sehr spannendes Thema f?r die mittelformat s/w Fotografie dicht an menschlichen Zust?den.

Wenn diese Bilder, falls sie gelungen sind, in einer Ausstellung ver?fentlicht werden halte ich es f?r einen wichtigen Beitrag innerhalb der Gemeinschaft sich mit den menschlichen Widrichkeiten auseinander zu setzen.

Gerade daf?r ist die Kiev 88 wie geschaffen wird sie doch sehr viel bel?helt, erniedrigt und verspottet...



gru?fluuu
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#16
[quote name='fluuu' post='9997' date='12-12-07, 23:27 ']Somit ist sie nicht zum Schnappsch?sse knipsen wie es grad kommt, halt so zum Spa? sondern

f?r langwierig vorbereitete fotografische Aufnahmen, vielleicht ein bisschen wie unsere Vorfahren.[/quote]



Das sehe ich ein bisschen anders. Eine Mittelformatkamera ist freilich nicht f?r Schnappsch?sse der schnellsten Art gedacht, aber ich benutze meine st?dig "im Feld" unterwegs, f?r Portraits und Dokumentaraufnahmen. Ich mache damit also nicht nur unter optimalen Lichtverh?tnissen sorgf?tig und in Ruhe komponierte Bilder. Daf?r habe ich eine Grossformatkamera. Aber gerade mit Portraits und Dokumentaraufnahmen muss ich Vertrauen in die Kamera haben. Meine Selige Flexaret 2a (Baujahr 1947), die ich leider verloren habe, war eine extrem primitive Kamera aber trotzdem un?bertrefflich, weil auch extrem robust. Auf Kiev bin ich umgestiegen, um mehr Brennweiten und Wechselmagazine zu haben, und auf die w?rde ich ungerne verzichten. Die T?cken der Bedienung und andere bekannte "Probleme" von Kiev st?en mich da eigentlich wenig - genausowenig ist es ein Problem, dass es ein paar Sekunden l?ger dauert die Kamera einzustellen. Ich belichte eh fast immer Manuell (oder wenn keine Zeit ist, nach Augenmass) und nehme mir ein bisschen Zeit f?rs Bild.



Mein konkretes Problem ist, dass nach zwei Reparaturversuchen der Fokus immer noch daneben ist, und dabei noch bei verschiedenen Objektiven anders daneben. Ich hatte letzten Herbst die Kamera mit auf Feldforschung in ?ypten und habe ein paar gute Fotos gemacht, aber allesamt nur eher statische Bilder, weil ich kein Vertrauen in den Fokus hatte und deswegen jedes Bild zwei- bis dreimal mit verschiedener Fokuseinstellung gemacht habe. Erschwerend hinzu kommt, dass ich gerne mit offener Blende aufnehme. Ergebnis: Ich habe weniger gute Bilder gemacht. Ob Hasselblad die L?ung ist, bin ich nicht sicher. Ich habe das 65er MIR-Objektiv so lieb gewonnen, dass ich eher vielleicht ein neues Kiev-Body kaufe - auf jeden Fall bleibt die Kiev bei mir bis auf weiteres im Schrank liegen, was schade ist.



frohes Neues,



Samuli
"No photograph ever was good, yet, of anybody - hunger and thirst and utter wretchedness overtake the outlaw who invented it! It transforms into desperadoes the meekest of men; depicts sinless innocence upon the pictured faces of ruffians; gives the wise man the stupid leer of a fool, and a fool an expression of more than earthly wisdom." (Mark Twain)



http://www.samuli-schielke.de/foto.htm
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#17
Hallo Samuli,



was f?r ein Bajonett hat Deine -88? P-Six? Falls ja, ?berlege Dir eine Kiev-60.



Die ist robuster und notfalls getreu der alten Lada-Devise feldinstandsetzbar: "Mit Hammer, Zange, Draht kommst Du bis nach Leningrad."



Ansonsten: Kauf eine anst?dige -88 und la?mal Deine Objektive hinsichtlich Auflagema?vereinheitlichen. In einem anderen Forum w?rde jetzt ein Wolf-Rainer ganz laut nach einer "Wiese" br?llen.



IMHO ist das 65er die sch?ste Scherbe, die die Sowjets zustandegekriegt haben. Bei mir taugte allerdings erst das zweite, das erste war derma?n fehlgeschliffen, da?es gleichm?ig nirgendwo scharf war.

F?r 75/80mm halte ich allerdings meine Flexen/Cords f?r besser geeignet. Da habe ich ein 75er-Triotar f?r Portraits, ein 75er-Tessar f?r knackige Sch?fe, und die Xenare als Allrounder.

Im P-Six-Bajonett gibt es nichts dem Triotar vergleichbares und handgep?kkompatibler sind die Rollei-Briketts allemal. Wenn die K-60 mitkommt, dann meist mit 65 und 180 und im Koffer.



Beste Gr??,

Franz
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#18
Hallo Franz,



Danke f?r den Tipp. Das Bajonett ist Kiev-Original, Kiev 60 kommt also nicht in Frage. Das Geh?se muss man vielleicht gar nicht tauschen, denn bis auf den daneben kalibrierten Spiegel sollte es einigerma?n in Ordnung sein - und ich habe sogar eine Ahnung wo ich ein neues 65er Mir auftreiben k?nte... Vielleicht wird es noch was.



Samuli
"No photograph ever was good, yet, of anybody - hunger and thirst and utter wretchedness overtake the outlaw who invented it! It transforms into desperadoes the meekest of men; depicts sinless innocence upon the pictured faces of ruffians; gives the wise man the stupid leer of a fool, and a fool an expression of more than earthly wisdom." (Mark Twain)



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#19
Mal ne dumme Frage?? Hast du die Mattscheibe gepr?ft? Mir ist das mal in Schweden passiert, es liess sich beim 250er kein unendlich mehr einstellen, ich hatte aber zum Gl?ck eine 2. dabei. Zuhause hab ich dann festgestellt das sich die Mattscheibe de justiert hatte.



Gruss



Marwan
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#20
Hallo,

wieder hat die Kiev 88 gute Dienste geleistet und das Belichten des letzten Filmes hat wunderbar funktioniert.

Mit dem Ministudio und verschiedenen Figuren ging es um das Thema 'seelische Abgr?nde', ein Darstellen von inneren Grausamkeiten, Schmerzen und tiefsch?rfenden ambivalenten Gef?hlen, ein Bereich des menschlichen Daseins der oft gerne ausgeklammert wird aber zum Leben unweigerlich dazugeh?t.

Die s/w Bilder sind kr?tig im Kontrast, satt in den Tiefen und nur ab und zu etwas ?berstrahlt in den Lichtern.

Da mit Blende f/5,6 die Tiefensch?fe gering ist, liegt das Motiv nicht v?lig im Sch?febereich, besser ist es, so wurde mir erkl?t, die Blendenzahl zu erh?en und die Verschnusszeit zu verl?gern. Das wird beim n?hsten Film Ber?cksichtigung finden. Wie schauen die Erfahrungen mit dem Belichtungspaar allgemein aus?



gru?fluuu
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