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Mischbox vs. Kondensor
#1
Liebe Leute

Nach so vielen Informationen im Netz, hier nun mal ein eigener Versuch mit Bildern für interessierte.

Es geht um das Thema Vor- und Nachteile von Kondensor vs. Mischboxgeräten.

Arrow  Wer keine Lust auf meine vielen Worte hat, gegen ende des Textes findet man den Link zu den Beispielbildern!  Sleepy

Zuerst hatte ich nur Kondensorgeräte. Beim Krokus 69s z.B., habe ich, ob nun mit oder ohne Milchglas in der Filterschublade, keinen wirklich gravierenden unterschied entdecken können, außer die verlängerten Belichtungszeiten.
Auch meine alten Kaiser Geräte sehen im Ergebnis fast gleich aus. Auch beim Kaiser mit Farbkopf, also mit Mischbox sieht´s nicht anders aus. Nach der Mischbox wird das Licht ebenfalls über Kondensoren gerichtet. Auch kein wirklich Unterschied, es ist vielleicht, vielleicht, möglicherweise einen kleinen Hauch softer?!?!?!? Vielleicht?!?!?.

Nun habe ich jedoch noch ein paar Durst Geräte (ja ja, ich schäm mich schon Blush ) allesamt mit Farbkopf bekommen. Der M605 Farbkopf hat "nur" eine Mischbox, also arbeitet ganz ohne Kondensor, und den habe ich dann mit dem Krokus 69s ohne die Mattscheibe in der Filterschublade gestern getestet, da ich mal selber in der Praxis sehen wollte, wie die Unterschiede nun wirklich sind.

Da ich ja noch ziemlich neu im Thema bin, also noch Anfänger, kann es sein, dass ich wesentliche Dinge übersehen habe. Falls ja, bitte lasst es mich wissen. Aber seid nett zu mir! :-)

Versuchsaufbau:
Letztes Jahr habe ich einige Kleinbild Agfa Delta 100 Filme in Caffenol Standentwicklung entwickelt, (was ich die letzten Jahre fast immer so mache). Zwei Filme aus zwei verschiedenen Kameras, gleichzeitig in derselben Entwicklungsdose entwickelt und beide wiesen dieses mal hinterher einige Kratzer, Staub und Dreck in der Emulsionsschicht auf. Ärgerlich und ich weiß nicht wieso und woher. 
Aber gut für den Test, denn Mischboxen werden ja als viel nachgiebiger beschrieben, was Staub und Kratzer angeht und Kondensoren eben als echte "Zicken" was dieses Thema angeht, dafür knackiger.

Für den Durst habe ich nur die 35mm glaslos Maske (falls noch Eine/r von Euch Zubehör für den Durst hat, bitte gerne bei mir melden!!) und zuvor alles so gut gereinigt wie möglich.
Dann die Belichtung bestimmt und die Gradation gewählt.

Beim Krokus war nun die Aufgabe eine ähnliche Gradation hinzubekommen und die Belichtung anzupassen. Das ist gar nicht so einfach!

Vergrößert habe ich das Negativ auf neuem Fomaspeed Variant 311 Glänzend 17,8 x 24cm

Durst Gradation bei (max. 130) Filterung = habe ich mich dann für Magenta 80, was fast Gradation 4 laut Foma Datenblatt entsprechen soll. (M90=Grad. 4) entschieden.

Für den Krokus mit Glasmaske, bei der die Reinigung und Prüfung auf Staub schon wirklich recht lange gedauert hat, (wie immer), habe ich dann die Filterschublade mit Ilford Multigrade Filter, Gradation 3,5 bestückt. Da Kondensor Geräte etwas härter arbeiten wie ich immer wieder gelesen habe, trotzdem eben auch schon mit der Härte etwas die Kratzer, den Dreck herauskitzeln wollte. 

Jetzt habe ich extra meinen guten Scanner aus der Versenkung gezogen und angeschlossen, dann jeweils ein Bild als Übersicht 150dpi, (das etwas schiefe ist das vom Durst, das gerade vom Krokus) gemacht und zusätzlich zwei Ausschnitte von der Vergrößerung in hoher Auflösung 600dpi von "A" einer Stelle mit starkem Kratzer in der Schicht und zweitens vom Vordergrund (Asphalt) an dem man gut die Schärfewirkung der Struktur erkennen und vergleichen kann wie ich finde.

Beide Vergrößerungen sind mit dem selbem Objektiv, einem Schneider Componon-S 2,8/50mm bei Blende 8 gemacht worden und ich habe sehr akribisch mit meinen Paterson Kornscharfsteller die optimale Schärfe zu erreichen versucht und auch darauf geachtet, das keine Schwingungen, Vibrationen u.ä. die Ergebnisse beeinflussen.

Interessant fand ich auch, das ich mit dem Durst Farbkopf 100W eine Belichtungszeit von 6 Sekunden hatte und mit dem Krokus 69s 150W Opallampe und Kondensor 8 Sekunden.

Auch sehr interessant finde ich, was man, was auf den Scans wohl nicht so gut, wenn überhaupt erkennbar ist, das das "Durst-Bild" einen leicht wärmeren Grauton hat!

Alle Abzüge habe ich gut in Rollei RPN Entwickler ausentwickeln lassen. Das mit dem "Warmton"kann auch daran liegen, dass die Krokus Version doch noch etwas härter von der Gradation wirkt, die Lichtverteilung anders ist, siehe auch Vignettierung beim Durst, besonders oben rechts deutlich erkennbar.
Aber als armer Mensch konnte ich mich nicht mehr überwinden noch einen Abzug, von einem verkratztem Negativ in der Größe zu machen!
Auch wenn es mich dann etwas juckt, da noch genauer dran zu arbeiten, finde ich das Ergebnis für mich selber einfach erhellend und ausreichend, um einige Entscheidungen und etwas Wissen zu erlangen. Und auch um unnötige Gedanken und Bedenken aus dem Kopf zu bekommen.

Beim selber Testen lerne ich auch eine ganze Menge. Auch wenn da so manches Lehrgeld beim Material gezahlt werden muss. Nur will ich da auch irgendwann wieder herauskommen! ;-)

Klar, ist es einem guten Bild ziemlich egal wie und womit es gemacht und vergrößert wurde.
Wobei es meiner Meinung nach eben auf´s Motiv und die Anwendung ankommt. Bei Motiven mit vielen Details ist es eben sinnvoll, das auch qualitativ, technisch und in einem Format so optimal als möglich umzusetzen. Doch auch viele einfach gemachte Bilder habe mich sehr beeindrucken können. Sogar "Fehler" können das Bild erst sehenswert und besonders machen. 
Die Kunst ist es dann, für diese "Geschenke" offen zu sein und es zu erkennen und annehmen zu können. Zumindest für so "Kontrollmenschen" wie ich oft ein bin ein Übungsfeld. Aber es wird schon besser und entspannter, yeah!

Wie dem auch sei, vielleicht kann ja dieser Beitrag als Hilfe dienen, für manche die ähnliche Fragen und Bedenken in sich tragen.

Selber habe ich auch schon manchen Gedanken loslassen können, da ich eine für mich im Net oder Büchern hilfreiche Erklärung gefunden habe, die meistens eben mit Beispielen bestückt war.

Denn B I L D E R sagen ... wie war das noch? 

Herzliche Grüße aus Bremen
Werner


Angehängte Dateien
.jpg   01a Krokus vs DURST M605Color .jpg (Größe: 272,34 KB / Downloads: 13)
.jpg   01b KROKUS vs Durst 69s Kon.jpg (Größe: 291,16 KB / Downloads: 8)
.jpg   02aKrokus vs DUST M605 detail1.jpg (Größe: 222,67 KB / Downloads: 6)
.jpg   02b KROKUS vs Durst 69s detail1.jpg (Größe: 282,77 KB / Downloads: 6)
.jpg   03a Krokus vs DURST M605 detail2.jpg (Größe: 499,73 KB / Downloads: 6)
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#2
Hallo Werner,

du hast jetzt hin und her belichtet und versucht und Scanns eingestellt, die keine wirkliche Aussagekraft haben.
Ich will deine Versuche nicht niedermachen oder die Experimentierwut bremsen - nein, das will ich nicht. Ich möchte dir einfach mal ein paar Grundlagen zur Verfügung stellen.
Ich lasse mich natürlich gerne verbessern wenn ich etwas falsch gesagt habe.

Es gibt drei geläufige Vergrößerer-Typen:

- Kondensor/Doppelkondensor
- Mischbox
- Mischlicht (Kombination von Kondensor & Mischbox)

Es gibt verschiedene Lichtquellen:

- Opalleuchte
- Kaltlichtspiegel (Halogen)
- Led
- Kaltlicht (z.B. Leuchtstofflampen)

Jeder Vergrößerertyp benötigt verschieden Entwickelte Negative (ungefähre Richtwerte - eine persönliche Vorliebe der Bilddarstellung hat ebenfalls Einfluss)

Kondensor: Weiche Negative mit einem Gamma von ca. 0,55
Mischlicht: Mittlere Negative mit einem Gamma von ca. 0,60 - 0,65
Mischbox: Negative mit einem Gamma von ca. 0,70 

Um so höher der Gammawert umso länger müssen die Negative entwickelt werden (die Dichtekurve wird steiler)
Wenn der Gammawert passt, also die Entwicklung auf den Vergrößerertyp richtig angepasst ist (ebenso die Belichtung es Filmes: sprich reelle Filmempfindlichkeit - nicht Boxspeed) und ein vernünftig durchzeichneter Abzug in Gradation 2 mit vernünftiger Schattenzeichnung und gescheiten Lichtern möglich ist.

Jeder Leuchtmitteltyp erzeugt ein anders Licht, selbst ein altes Halogenleuchtmittel verlangt nach einer anderen Papiergradation als ein nagelneues Leuchtmittel.
LED verhält sich da wieder ganz anders als, Opal oder Kaltlicht. Also hier muss immer die Gradation angepasst werden.

Das Licht eines Kondesorvergrößerer hat das am besten gerichtete Licht, das auch am "Härtesten" ist und deshalb weichere Negative benötigt, die durch die kürzere Entwicklung auch eine um ca. 1/3 Blende geringere Empfindlichkeit haben. Diese Negative sind ebenfalls ideal für Nutzer von bezahlbaren "Haushaltsscannern".
Diese Vergrößerer habe die Eigenschaft Kratzer und Staub durch das gerichtete Licht stärker vortreten zu lassen, ebenso das Filmkorn (wie beim Scannen).

Der Mischboxvergrößerer wirft fast ungerichtetes, sehr weiches Licht auf das Negativ und wirkt wie ein Weichzeichner, aber die Negative müssen härter sein.

Der Mischlichtvergrößerer vereint beide Eigenschaften - ich bevorzuge z.B. einen solchen Vergrößerer.

Siehe auch: Callier Effekt

Des weiteren erzählst du von einer Entwicklung in Caffenol - eine tolle Spielerei wie ich finde - die auch eine gewisse Berechtigung hat. Leider sind die Prozesse einer Caffenol Entwicklung nicht zu 100 % wiederholbar und haben leider keine Konstante Größe. Es gibt viele Abweichungen.

Es ist einfach schwer Vergleiche zwischen mehreren Geräten zu machen, die völlig unterschiedlich arbeiten und unterschiedliches Ausgangsmaterial benötigen.
Des weiteren ist es nicht von größer Hilfe ein Negativ zu benutzen das sehr wahrscheinlich nicht optimal entwickelt ist und sich nicht für solche vergleiche heranziehen lässt.

Ideal wäre eine Testnegativ (Graustufenkeil - muss nicht geeicht sein) oder mindestens ein genau belichtetes Negativ das eine Testtafel enthält, das aber auch optimal entwickelt ist und wo die "Negativhärte" -das Gamma- bekannt ist.

Zum Thema Negativentwicklung ein Beitrag von Otto Beyer: https://www.fotografie-in-schwarz-weiss....itung.html
...er hat auch ein sehr gut verständliches Taschenbuch zum Thema veröffentlicht - Kaufen lohnt sich!

Callier Effekt: http://zonevi.dk/junk/?page_id=62



Ich möchte dich nicht entmutigen weiter zu Experimentieren, nur leider ist so kein richtiger vergleich möglich, da es einfach zu viele variablen gibt.

Liebe Grüße

Oliver
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