Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Agfaortho + Neofin doku
#11
...also mein Neofin Doku Waschzettel stammt in etwa aus der Zeit zwischen 1984 und 1988... Ich hatte in der Zeit ab und zu den Technical Pan im Einsatz. War aber damals  standhafter Stativverweigerer - deswegen kam der Film nur sporadisch zum Einsatz. Obwohl ich mit den Ergebnissen durchaus zufrieden war... 
Wie dem auch sei - ich habe noch Agfaortho 25  als Meterware - daher werde ich mal spaßeshalber das Stativ satteln und die alte Suppe nochmals ausprobieren. Hab' ja jetzt Zeit, da ab 01.05 im Ruhestand...  Cool
Gruß

Wolf
Zitieren
#12
(25-03-2021, 09:41 PM)Wolf_XL schrieb: ...
Wie dem auch sei - ich habe noch Agfaortho 25  als Meterware - daher werde ich mal spaßeshalber das Stativ satteln und die alte Suppe nochmals ausprobieren. Hab' ja jetzt Zeit, da ab 01.05 im Ruhestand...  Cool

Da kann man zu beidem nur gratulieren  At At At
Zitieren
#13
erstmal allerbesten Dank für den raren Beipackzettel, Wolf.

Gut, daß ich gewartet habe, mit den 5 Minuten lag ich ja gründlich schief.

Beim Verlängerungsfaktor wegen der beta-55-Angabe bin ich unsicher: ich habe keinen Kondensorvergrößerer sondern einen Farbvergrößerer, bei dem ich die Gradation mit den Farbfiltern regle (Durst M 605) .

Hinzu käme ja noch ein zweiter Verlängerungsfaktor wegen der Belichtung mit 25 ASA. 

Meint ihr, 35 Minuten für das in 500 ml Wasser aufgelöste Fläschchen wären o.k. ? (1-Min-Rh) ? Mit dem 3-sek-Rhythmus habe ich keine Erfahrung, ich befürchte da Schaumbildung.

Keine Bange, wegen eventueller Festlegungen nagle ich Euch nicht fest.

Gruß Markus
Zitieren
#14
Hallo Markus,

es gibt einige Unsicherheitsfaktoren bei Deinem Vorhaben.
Es ist nicht ganz einfach den Betrag der notwendigen Korrekturen für die Entwicklungszeit abzuschätzen.

Für Dein Vergrößerungsgerät benötigst Du Negative mit einem Gamma von 0,8 bis 0,9.
Für meinen eigenen Entwickler habe ich den Verlängerungsfaktor für die Anpassung des Kontrastes von 0,65 auf 0,85 ermittelt (etwa 1,5 bis 1,6). Du brauchst aber einen Kontrastanstieg von 0,55 auf 0,85. Für meinen Entwickler ergäbe das einen Velängerungsfaktor in der Größenordnung von ungefähr 3.
Leider lassen sich solche Korrekturfaktoren nicht einach 1:1 auf andere Entwickler übertragen.

Die Unterbelichtung lässt sich nachträglich leider nicht mehr korregieren. In den Schattenbereichen ist durch die Unterbelichtung Information verloren gegangen, die Du nachträglich nicht mehr auf den Film zurück zaubern kannst. 
Eine Verlängerung der Entwicklungszeit dient lediglich dazu, die Dichten der mittleren Zonen etwas zu erhöhen.
Für meinen Entwickler habe ich dafür einen Verlängerungsfaktor von 1,3 ermittelt. Aber ob das hier passt, kann ich nicht sagen.

Dann kann man annehmen, daß Dein Entwickler über die Jahre hinweg an Aktivität eingebüßt hat. Auch dafür könnte man einen Verlängerungsfaktor in unbestimmter Größe in Betracht ziehen.

Eine Idee wäre eine "Clip-Entwicklung" zu machen. Du schneidest ein Stück des Filmes ab und entwickelst diesen mit der ermittelten (korregierten) Entwicklungszeit. Dann kannst Du entscheiden, ob die Zeit passt, oder ob noch zusätzliche Korrekturen notwendig sind.
Es besteht auch durchaus das Risiko, daß der Entwickler gar nicht mehr (oder nicht mehr ausreichend) entwickelt. Dann hast Du so wenigstens den restlichen Film gerettet.

Herzliche Grüße
Klaus
Zitieren
#15
Hallo miteinander,

ich danke Euch erst mal für Eure umfangreichen Tips. Wegen der nahenden Frühlingssonne ziehts mich allerdings vorerst nicht in die Duka. 

Aber ich werde Euch hier Bescheid geben, sobald ich ein Ergebnis habe.

Bleibt bis dahin (und weit darüber hinaus) gesund !

Gruß Markus
Zitieren
#16
Hallo miteinander,

nun will ich Euch den Fortgang der Geschichte nicht vorenthalten, es kam nämlich alles ganz anders:

In Schwiegermutters  Tiefkühltruhe sind noch 3 neutral verpackte neue AO-Filme aus den 80er Jahren aufgetaucht. Da aber das oben besagte einzige Fläschchen Neofin doku nur für 2 Filme reichte und annähernd 40 Jahre auf dem Buckel hatte, habe ich nach etwas Rumsuchen im Netz lieber auf Plan B umgestellt:

Rodinaaaal ! - die angebrochene Flasche war mit gefühlt 10 Jahren wesentlich jüngeren Datums.

Zusammen mit einem APX 100 ( belichtet mit 100 ASA) steckte ich den eingangs erwähnten  Agfaortho (25 ASA) in die Dose und gab den beiden eine Rodinal 1 + 100-Verdünnung, in der ich sie 37 Minuten bei 20 Grad Celsius durchkippte (1. Minute durchgehend 3-sec-Rhythmus, danach 3x pro Minute). Irgendwo habe ich gelesen, dass man zum Weichklopfen etwas Soda dazugeben solle, aber das war mir mangels Erfahrung zu riskant .

Das Ergebnis ist eine Offenbarung für den Agfaortho und den APX (den ich bisher mit 200 ASA immer in Ilford ID 11 badete). Sagenhafte Schärfe, zwischen schwarzem Schwarz und weißem Weiß eine Palette an Grautönen, die man fast schon als farbig bezeichnen könnte. Und trotzdem dieses knackige, aber sehr feine und sowas von analoge Korn.

Ich bin etwas hingerissen.

Viele Grüße
Markus
Zitieren
#17
Nachtrag nach den ersten Vergrößerungen: das mit den breitgefächerten Grautönen relativiert sich etwas. Die Negative sind schon bissi dicht, durchschnittlich 30 sec bei Blende 8 nötig. Schaun wir mal weiter..
Zitieren
#18
Hallo Markus,

danke, daß Du auf Deine Negative mit einem zweiten, kritischerem Blick noch einmal genauer geschaut hast.

Von dem Film und von der Film-Entwickler Kombination sollte man nicht unbedingt reiche Tonwerte erwarten.
Dafür gibt es günstigere Kombinationen.

Der Film ist ja gerade dafür gemacht, daß er möglichst alle Tonwerte unterdrückt.
Das Rodinal hat einen sehr hohen pH Wert und ein extrem wirkendes Alkali (Kaliumhydroxyd) in seinem Ansatz.
Das ist nicht unbedingt der Entwickler der differenzierte Tonwerte hervor bringt.

Die hohe Verdünnung wirkt so, daß einfach nicht genug Entwicklungssubstanz vorhanden ist, um den Film voll auszuentwicklen.
Darunter leiden alle Tonwerte zusätzlich. Die Gradatonskurve entwickelt sich stark S-förmig.

Für die best-möglichen Ergebnisse benötigst Du einen Entwickler, der eine hohe Maximaldichte erzeugen kann (im Intervall der kopierbaren Dichten).
So entsteht eine lange Gradationskurve, auf der sich die Tonwerte besser differenzieren können.
Die Gradatinskurve sollte möglichst gradlinig verlaufen. Das schafft ein Entwickler mit einer hohen Aktivität, der alle Tonwerte gleichermaßen ausentwickelt.

Das Neofin doku wäre nach meiner Einschätzung besser geeignet gewesen.
Eine Gradwanderung ist es in jedem Fall.
Mit mehr Zeit und Material könnte man einen Entwickler besser an den Film anpassen.

Herzliche Grüße
Klaus
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste