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APX400 Standentwicklung
#11
...Standentwicklung hat viel mit Voodoo zu tun - zumal Rodinal sowieso spätestens nach 'ner halben Stunde in diesen Verdünnungen chemisch mausetot ist... Vielleicht sollte jemand mal Rodinal-Globuli herstellen - da würden sich auch bestimmt genügend Jünger finden, die das absolut toll fänden... :lol:

Gruß

Wolf
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#12
Tja, was mach ich dann anders?


Nochmal die 2 wesentlichen Punkte, weil die vom Üblichen abweichen und deshalb gern übersehen werden:


1) Die Dose muss komplett gefüllt werden, es darf keine Luft mehr darin sein, so dass der Rodinal nur noch von dem bereits im Wasser gelösten Sauerstoff verdorben werden kann (Dose muss natürlich luftdicht verschlossen sein).

2) Doppelte Entwicklermenge (Arbeitslösung, nicht Konzentrat) pro Film im Vergleich zu normalen Verdünnungen, also nur 1x 135/120 in einer Dose mit 800ml oder mehr (für Teststücke mit nur 3 Aufnahmen geht natürlich auch eine kleine Dose).


Ich habe so schon Entwicklungszeiten bis 6h getestet, dann zum Test den gebrauchten Rodinal 1+140 oder mehr in ein Becherglas gekippt und ein Filmschnipsel reingehalten, um zu sehen, ob der "bis zum Schluss ging" oder die lange Zeit für die Katz war. Und siehe da, es zeigte sich jedes Mal die übliche zunehmende Schwärzung! Zwar langsamer als bei frischer Lösung, aber er arbeitete noch. Einmal habe ich sogar einen Becher mit gebrauchtem 1+160 offen über Nacht stehen lassen und erst am Morgen ein Filmschnipsel reingeworfen. Selbst das wurde noch langsam schwarz. Und bei Euch soll er schon nach 30min "abranzen"? Das verstehe wer will.


Gruß Wolfgang

 

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#13
… Glaube kann Berge versetzen...  Smile Aber wahrscheinlich hast du während des Entwickelns deinen Namen um die Entwicklerdose herum getanzt und deswegen hat das funktioniert...

 

Nimm mir's nicht übel - ich glaub daran so wenig wie an Homöopathie... 

Gruß

Wolf
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#14
Hallo Wolfgang,


hast du dir mal die Mühe gemacht mal verschieden lange Standentwickelte mal mit einem Densitometer auszumessen oder ausmessen zu lassen?

Einfach mal drei belichtungen auf den Film durch irgendetwas milchiges. Einmal so wie es der Belichtungsmesser anzeigt, dann eine Belichtung 3 Blenden überbelichtet und 4 Blenden unterbelichtet. Also Zone 5,8 und 1. Wenn du die Steifen (gleiches Filmmaterial) einer Standentwicklung mit 60 Minuten, 120 Minuten und 180 Minuten nebeneinander legst, wirst du sehen das es in den Berichtungen der Zone 5 & 8 keinen unterschied gibt. Das bei einem Testschnipsel noch was passiert ist richtig, aber der Entwickler schafft es aber nicht mehr vernünftige Dichten aufzubauen, die für eine gescheite Lichterzeichnung benötigt werden.


LG Oliver
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#15
Hallo zusammen,

 

ohne belastbare Fakten kommen wir hier an diesem Punkt nicht weiter.

Konkrete Messwerte würden weiterhelfen. Da stimme ich Oliver völlig zu.

 

Genauso wichtig wäre die Motivation von Moritz und Wolfgang zu kennen, mit einer Standentwicklung zu entwickeln.

Wenn die Ziele und Erwartungen klar sind, kann man überprüfen ob diese auch erreicht werden.

 

Ein großes Fragezeichen habe ich für mich persönlich hinter Wolfgangs Aussage gemacht, seine Methode würde einen "normalen Kontrast" erreichen.

Ich würde eigentlich eher einen geringen Kontrast erwarten.

Wolfgang hat aber nicht definiert, was er unter einem "normalen Kontrast" versteht.

 

Herzliche Grüße

Klaus

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#16
Also dem über 100 Jahre alten Rodinal hätte ich das jetzt gar nicht zugetraut, dass er die Gemüter noch so in Bewegung bringt Smile.

Hier habe ich für Zweifler ein Beispiel mit langen Zeiten zum analysieren herausgesucht: Rollei80S, vor 10 Jahren ausgemessen, alles noch mit Original Rodinal aus Leverkusen in Verdünnung 1+200. Selbst nach 1,5 Stunden schafft er es noch, die Dichtekurve höher zu schieben, auch bei den hohen Dichten. Dass von 1,5 bis 3 Stunden in den Lichtern nur noch etwa 0,2D dazukamen, das liegt wohl an der Maximaldichte des Films, ist ja kein Umkehrfilm, der bis D=3 hochläuft.

Absolut sauberes Arbeiten ist bei solchen Verdünnungen natürlich Pflicht, keine Fixierbadreste in Deckel oder Spirale.


Gruß Wolfgang

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#17
Klasse, Wolfgang!

Sehr sorgfältige Arbeit.

 

In diesem Fall hast Du die Standentwicklung genau für den Zweck eingesetzt, für den sie ursprünglich gedacht ist: zur Beugung der Gradation.

Als Luftüberwachungsfilm hat der Rollei 80 S eine sehr steile Gradation und einen eingeschränkten Kontrastumfang.

Für seinen Bestimmungszweck muß er ja nur 3 (bis 4 Kontraststufen) darstellen können diese aber mit einem hohen Kontrast.

 

Wenn dieser Film für die allgemeine Fotografie nutzbar sein soll, so muß er aber mindestens 5 Kontraststufen wiedergeben.

Dafür braucht man eine sehr weiche Entwicklung. Das kann eine Standentwicklung gut leisten.

Das Problem der Einbußen an Schärfe bleibt alleredings bestehen.

 

Alle Luftüberwachungsfilme sind für eine sehr rasche Verarbeitung konzipiert worden. Alle Luftüberwachungsfilme erreichen hohe Maximaldichten.

Das sind die Gründe dafür, daß der Film auch so gut auf die Verlängerung der Entwicklungszeit reagiert.

 

Es war aber die Frage nach dem APX 400. Das ist ein Film mit einem eher gemäßigren Kontrast.

Wenn man diesen mit einem dezidiert kontrastmindernden Verfahren entwickelt, wird man nur mit Mühe zu nutzbaren Negativen gelangen.

 

Wenn Interesse besteht, können wir gerne einen direkten Vergleich anstellen.

Ich könnte Dir meinen Entwickler schicken. Dann kannst Du beide Verfahren mit einem APX 400 (bei ISO 1600/33) direkt vegleichen.

 

Bei Interesse kannst Du Dich bei mir melden.

Das gleiche Angebot möchte ich fairerweise auch Moritz machen.

 

Herzliche Grüße

Klaus

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#18
Hallo Klaus,


ja, wir kommen vom Thema ab, aber es ging um die Nebenfrage, wie lange der Rodinal hochverdünnt lebt und wie man sieht: Stunden.

Der Rollei80S muss nach meinen Erkenntnissen nicht erst weichgeklopft werden, sondern besitzt recht normale Gradation, auch Rodinal 1+50 und 10..15min wird doch für bildmäßige Aufnahmen empfohlen. Im Original Agfa Datenblatt setzt die Kurve 1  8 Zonen auf 1,5D um, also schon annähern "bildmässig", siehe hier:

http://www.agfa.com/docs/sp/aerial/aviph...-15_en.pdf


Dein Angebot auf Material stösst auf absehbare Zeit leider auf Zeitprobleme. So ein Test kostet einen ganzen Tag, wenn er sauber durchgezogen werden will, ich bin noch voll berufstätig und schon wieder unter Termindruck. Solche Sachen muss ich immer auf dünne Zeiten wie Sommerpause oder zwischen Weihnachten und Neujahr verschieben.


Gruß Wolfgang
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#19
Hallo Wolfgang,

 

ja, alles kostet viel Zeit. Und die Zeit ist immer zu knapp. Das ist bei mir auch so.

Aber meinen Respekt für Deine sorgfältigen Messungen!

 

Noch einmal ganz kurz zu dem Agfa Datenblatt.

Dort gibt es eine Gradienten / Zeit Kurve.

Sie startet bei 0,9, die Mitte liegt bei ca 1,5 und endet bei 1,9.

 

Ein Gamma von 1,5 ist für den Film vorgesehen. Für normale Aufnahmen ist das natürlich viel zu hoch.

Ein Gamma 0,9 lässt sich nach Datenblatt mit dem G 74 Entwickler bei einer Entwicklungszeit von 20 Sekunden (!) erreichen.

Ich persönlich käme mit dieser Gradation zurecht. Aber es gibt ja noch andere Einschränkungen bei dem Film.

 

Für diesen Film ist Dein Verfahren eine gute Möglichkeit zumindest einen kopierbaren Kontrast zu erreichen.

Aber schon mit einem "nomalen" Film wird das schon nicht mehr funktionieren und speziell mit dem APX 400 wird es sehr schwierig.

 

Zusätzlich sind noch Einbußen bei der Schärfe und der Tonalität zu erwarten.

Das hätte man aber nur in einem direkten Vergleich herausfinden können.

 

Du wirst mir wahrscheinlich nicht ganz glauben wollen. Das ist verständlich, denn Du vertraust Deinen eigenen Messungen.

Aber die zeigen nicht das ganze Bild: andere Qualitätsparameter bleiben unberücksichtigt.

Wenn Du vergleichbare Messungen mit dem APX 400 machen würdest, so würdest Du deutlich andere Messwerte als mit dem 80 S finden.

 

Vielleicht kann uns Moritz ja mal über seine Erfahrungen berichten?

 

Danke für diesen sachlichen und fundierten Meinungsaustauch!

Und natürlich: mein Angebot steht noch uverändert weiter.

 

Herzliche Grüße

Klaus

 

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#20
Meine Idee war eher erstmal nen Experiment zu machen und schauen wie der Film sich so verhält.

 

Vor allem weil der APX400 ja nen relativ niedrigen Kontrast hat und ich versuchen wollte, das bei nem

push auf 1600 wenigstens ein bisschen zu halten. Hat so mehr oder weniger gut funktioniert.

 

Ich habe es wie von Wolfgang vorgeschlagen ausprobiert, war aber mit den Ergebnissen nicht 100% zufrieden.

Ich habe das Gefühl, dass die Negative wesentlich dünner waren als im Vergleich dazu ne Entwicklung in Rodial 1/50 o. in

Atomal 49 stock.

In diesem Fall kann das bzw. ist es relativ wahrscheinlich, dass es an mir und den Umständen (auf 1600, undso) gelegen hat.

Sagt also erstmal nicht zwangsläufig was über den Prozess als solches aus.

 

Ich werde nochmal ein bisschen rumprobieren und den APX400 mal als 400er und nochmal

mit verlängerter Entwicklungszeit als 1600er Standentwicklen und die dann Vergleichen. Mal

sehen was dabei raus kommt und wie die negative mir dann gefallen bzw. wie gut sie sind.

 

Es ist halt immer die Frage was man damit erreichen will. Mein Ansatz war wie gesagt nur, dass ich dachte, dass ich im

Vergleich zu ner "normalen" Pushentwicklung in Rodinal den Kontrast nen bisschen flacher halten kann. Aber dafür

ist Rodinal vielleicht nicht unbedingt der beste Entwickler.

 

Vielen Dank aufjdenfall an Euch!

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