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Caffenol
#1
Hi


Hat von euch jemand grössere Erfahrungen mit caffenol.

Mich hat das Thema seit langem interessiert.


Vor zwei Wochen habe ich mal einen Versuch mit einem halben Fomapan400 gestartet.

Also Caffenol C L :500g Wasser , 27g Waschsoda , 16g VitaminC , sowie 20 g llöslicher Kaffee 20°C

Vorwaessern und 7,5 minuten alle 60 sek dreimal schütteln.

Beinm Stoppbad mit Essig schaeumte es kräftig!

Die zweite Hälfte in Fomadon R09


Ergebnisse:

Die Negative Färbung war leicht unterschiedlich.

Beim vergroessern und printen gab es auch keine Probleme


Aber nun einige Fragen.

- welche Rezepte kennt ihr noch

- was muss man beachten

- wo kann ich Kaliumbromid kaufen / bestellen ( ich lebe in Frankreich)

- was schäumt als Stoppbad nicht so wie mit Essig

- gibt es noch andere Grundstoffe zu besogen
#2
Ein paar Teilantworten:

 

* Rohstoffe bekommst du (leider nicht hier bei unserem Gastgeber, aber z.B.) via Wolfgang Moersch, http://www.moersch-photochemie.de/content/rohchemie

 

* lass das Essig weg und stoppe einfach mit Wasser ...schäumt es dann immer noch?

 

* gibt es noch andere Stoffe zu besorgen? Kommt darauf an, wie zufrieden du mit deinen Ergebnissen bist -- bislang klingt das doch recht gut. Da würde ich erstmal gar nichts ändern, sondern dieses Rezept weiter austesten, bis du evt. an Grenzen stößt.

 

viel Erfolg weiterhin

Nils

#3
Frag doch mal in  Apotheken nach. Apotheker sind sogenannte Fachkundige Personen und dürfen diese Chemikalien besitzen. Die Preise für sind recht hoch, wenn aber nur eine kleine Menge benötigt ist das billiger wie eine Versandbestellung.  Ich habe schon mal Kaliumpermanganat und Natriumsulvit in unserer Apotheke gekauft, ich wurde zwar genauestens befragt wofür ich das Zeug benötige und mußte meinen Ausweis zeigen habe es aber bekommen.

Matthias

#4
Hallo highscore,

 

wie Nils schon sagte: bei Entwicklern mit hohem Carbonatgehalt (Waschsoda) kein saures Stopbad verwenden, das führt zur CO2-Gas-Bildung und eventuell sogar Emulsionsschäden. 2 - 3 mal zwischenwässern mit Leitungswasser ist angesagt, ich schüttle dabei heftig, das macht sauberere Negative.

 

Kaliumbromid gibt es immer wieder mal sehr günstig bei Eb.., sonst auch bei Moersch wie schon gesagt. In der Apotheke zahlst du meist auch die sprichwörtlichen Preise. Kann in Frankreich aber günstiger sein. Fragen kostet nichts.

 

"Also Caffenol C L :500g Wasser , 27g Waschsoda , 16g VitaminC , sowie 20 g llöslicher Kaffee 20°C"

 

Das ist nicht Caffenol-C-L, das ist Caffenol-C-M mit der doppelten Menge Vit-C. Caffenol-C-L für 500 ml wäre:

20 g Instant-Kaffee

8 g Waschsoda wasserfrei

5 g Vit-C

je nach Film bis 0,6 g Kaliumbromid

 

7,5 Minuten  Entwicklungszeit hört sich auch sehr wenig an.

 

In Frankreich gibt es soude cristeaux, das ist Waschsoda mit ca. 50 % Kristallwasser, hier ist für C-C-L dringend ein Backofen-Test angesagt, siehe Caffenol-Blog caffenol.blogspot.com

 

Foma400 macht "schönes" Korn in Caffenol und Rodinal (R09)

 

Gut Licht - Reinhold

#5
Hi


Ich habe letztens mal meinen waschsoda im backofen fuer drei stunden schwitzen lassen

Ergebnis: Vorher ca 750g danach ein wenig über 400g!

47% wasser verloren.


Als Papier Entwickler finde ich caffenol sehr schön. Wenn nur dieser ekelige Geruch nicht entstehen würde.

Aber falls mir am Wochen mal der Entwickler ausgeht. Erträge ich ihn gerne wieder.


@grommi.

Als körnig empfnde ich caffenol beim foma 400 eigendlich nicht.

Ist aber wohl eher meine persönliche Meinung.


Ab wann sollte mann eigendlich Kbr zusetzen.

Obwohl ich einen Schleier bei mirvnoch nicht sehen konnte.

Bin wohl ein ein wenig blind ;-)
#6
Caffenol-C-L Anleitung 400 800 1600 ASA


Also Caffenol-C-L ist das Beste für eine so genannte semi-stand (halb-stehenlassen) Entwicklung.

Konkret: Nach dem Einfüllen Stoppuhr anmachen; dann 10 mal kippen; dann nach 2 Minuten 3 mal kippen, nach 4 Minuten 3 mal kippen, nach 8 Minuten 3 mal kippen, nach 16 Minuten 3 mal kippen, nach 32 Minuten 3mal kippen. Danach und dazwischen: stehen lassen.

Das ist alles.


Caffenol-C-L ist am besten für weiche Gradation, also für gepushte hochempfindliche Filme (Tmax 400 oder Ilford HP5). Diese Filme kann man nach ihrer "boxspeed" (Schachtelempfindlichkeit), also mit ISO 400 belichten und entwickeln. Man kann sie aber auch "pushen" (anschieben), d.h. man belichtet sie als ob es ISO 800 (1 stopp push) oder ISO 1600 (2 stopp push) wären. Und entsprechend passt man die Entwicklungszeit an. Das heißt für TMAX 400: ohne "Anschieben" (pushen) 30 Minuten, dann Stoppbad, dann Fixierbad. mit "Anschieben" , also belichtet bei ISO 800 (Kamera oder Belichtungsmesser auf ISO 800 statt auf 400) verlängert sich die Entwicklungszeit auf 45 Minuten, dann Stop und Fixierer. Und entsprechend, wenn der Belichtungsmesser auf 1600 ASA/ISO gestellt und der TMAX 400 also um 2 Stopps unterbelichtet ist, verlängert sich die Zeit auf 65 - 70 Minuten.


Prinzipiell ist die Angabe der ISO auf der Packung nur ein Richtwert. Nur wenn die Filme in ein Großlabor geschickt werden, muss man sich daran halten. Wenn du selber entwickelst hast du da alle Freiheiten.

Um ein Beispiel zu nennen: Fomapan 400 kam immer total kacke, bis ich endlich statt ISO 400 mal ISO 200 eingestellt und so belichtet habe und dann Caffenol-C-L nur 20 Minuten. Da kam er auf einmal total gut. Fuji Acros kommt genial @ boxspeed ( d.h. bei ISO 100; wie auf der Schachtel angegeben)


Der Ablauf/ die Agitation ändert sich grundsätzlich nicht. Nur die Zeit nach dem letzten Kippen (also nach 32 Minuten), in der man den Film einfach noch stehen lässt, die ändert sich. Bei "wie angegeben" (boxspeed): gar nicht mehr stehen lassen, sondern abgießen, stoppen usw. Bei verdoppelter ISO: noch ein Viertelstunde. Bei vervierfachter, noch eine halbe stunde stehen lassen.


Das Rezept habe ich von einem Bekannten


Gr. Ralle
Ralf Haun | www.ralfhaun.de
#7
"ich habe letztens mal meinen waschsoda im backofen fuer drei stunden schwitzen lassen

Ergebnis: Vorher ca 750g danach ein wenig über 400g!" Welche Wachsoda hast du verwendet. Ich kenne aus D`land bisher nur wasserfreie, nennt sich auch "kalziniert".

 

"Ab wann sollte mann eigendlich Kbr zusetzen."?

 

Bei Belichtung wie ISO 400 oder mehr. Natürlich bekommt man alles irgendwie gescannt, aber Negative mit deutlich erhöhtem Grundschleier machen eher mal Probleme, auch beim "richtigen" Vergrößern. Einen TMax400 z.B. in Caffenol ohne Antischleiermittel finde ich ziemlich grenzwertig um nicht zu sagen k...., erst recht bei 800 oder 1600. Ein bisschen Schleier ist OK, wir brauchen keine glasklaren Negative, und zu viel KBr mindert u.U. die Schattenzeichnung. 0,5 - 1 g/l dürfte meist Filme passen. KBr ist außerdem für Standentwicklung wichtig für eine gleichmäßige Entwicklung ohne Bromid-Abläufe/Schlieren. Alternativ die ca. 10-fache Menge Jodsalz, aber KBr ist einfach besser. Aber auch 100er können im Kaffee stark schleiern. Der alte, originale, richtige APX100 aus Leverkusen z.B. war so ein Film.

 

 

@ Ralle:

 

finde die Zeiten ein wenig kurz, aber wenn es passt, dann passt es. Acros 100 in Caffenol-C-L = Dreamteam von ISO 25 bis 400. Thomas Graichen hat zu Caffenol-C-L mal einen schönen Beitrag für meinen Blog verfasst, er entwickelt 30 Minuten für Nennempfindlichkeit und 70 Minuten für Push+2:

http://caffenol.blogspot.de/2011/08/its-so-easy.html

 

Gruß - Reinhold

#8
Zitat:Als Papier Entwickler finde ich caffenol sehr schön.
 

Welche Rezepturen eignen sich denn für den Positivprozess? Wie muss man sich die Ergebnisse vorstellen?
#9
Hi

Bei Caffenol als Papier Entwickler hatte ich 20 soda 10 C 20 kaffe auf einen Literr benutzt.

Entwicklungszeit war ca. 5 Minuten

Graustufen kamen gut das max Schwarz nicht zu 100%

Beim nächsten mal wurde ich soda und caffee erhoehen, meine Suppe war zu dünn.

Das sollte auch die Zeit verringert.

Ist aber meines Erachtens als alternative sehr gut brauchbar. Aber der Geruch......!


Highscore
#10
Danke! Wie mir scheint, ist die Verwendbarkeit im Positivprozess doch etwas eingeschränkt. Lange Entwicklungszeiten und nur ein schwaches Dmax. Das würde auch erklären, dass man zu dem Thema relativ wenig findet. Einen Test ist es mir bei Gelegenheit aber dennoch wert.

  


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