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Rollei Retro 80s
#1
Guten Morgen!
 
 
Ich suche schon seit sehr langer Zeit einen Ersatz für den APX 25, daher mein Interesse am Retro 80s.
 
Die Kamera wird, wie bei mir fast immer, auf dem Stativ stehen, sodass auch eine Empfindlichkeit von ISO 25/15 (wegen mir auch weniger) keine Rolle spielt. Ich habe in den Foren den Eindruck gewonnen, dass der Film bei Belichtung auf Nennempfindlichkeit viel zu steil kommt.
 
Habe mir jetzt mal 10 120er bestellt. Welcher Entwickler? Rumstehen habe ich noch D-76, Perceptol, Microphen sowie Restbestände an Rodinal.
 
Interessant an diesem Film finde ich u. a. die erweiterte Rotempfindlichkeit. 
 
Den Bericht von Uwe Pilz kenne ich bereits.
 
Beste Grüsse!
 
CP
 

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#2
Auch mir erschienen der Rollei 80S nach der ersten Entwickung in D-76/ID-11 bei visueller Beurteilung der Negative zunächst eher hart. Vergrößern (Kaltlichtvergrößerer, Gradation 2) und scannen ließen sich die Negative aber unproblematisch. Allenfalls die Schattenzeichnung ließe sich m.E. noch verbessern. Dazu würde ich im nächsten Durchgang die Empfindlichkeit um ein bis zwei DIN niedriger ansetzten. Die Entwicklungszeit ließe sich dann gegenüber der Anleitung verkürzen, was natürlich die Gradation abflachen und die Eignung für Kondensorvergrößerer verbessern würde.

 

Von den anderen genannten Entwicklern habe ich noch Perceptol ausprobiert, der neben harmonischer Tonwertwiedergabe natürlich eine tolle Vergrößerungsfähigkeit ergibt, auch wenn ein mittel- bis niedrigempfindlicher Rollfilm nicht unbedingt nach einem Feinkornentwickler schreit.  

 

Weitere Versuche würde ich mit Entwicklern machen, die durch Abflachung der Schwärzungskurve im oberen Bereich die Lichterzeichnung verbessern. Dazu gehört CG512/RLS. Die Entwicklungszeiten hierfür finden sich im Datenblatt. Der Silvermax-Entwickler könnte ebenfalls eine gute Wahl sein, allerdings habe ich hierfür noch keine Entwicklungszeiten gefunden, sie wären also durch Versucher zu ermitteln.

 

Wenn ein niedrigempfindliches Material gesucht wird und die erweiterte Rotsensibilisierung nicht wichtig ist, finde ich übrigens auch den neuen RPX 25 prima. Auf Nennempfindlichkeit belichtet und in D-76 1+1 nach Anleitung 8 min bei 20 °C entwickelt (Ilford-Kipp-Rhythmus), ergab er bereits im ersten Versuch einen Volltreffer. Maxi Quali, null Probleme.

 

Gruß

 

tepe

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#3
Hallo Tepe!

 

Vielen Dank für Deine Hinweise!

 

Ich photographiere sehr häufig im Mittelmeerraum mit entsprechend hohen Kontrasten: Der von mir benutzte Ilford Pan F wird dann, bei Entwicklung in Perceptol, mit ISO 12/12 belichtet, wobei die geringe Empfindlichkeit mit Sicherheit nicht nur meiner Messmethode geschuldet sein dürfte. 

 

Entspricht der RPX nicht dem Pan F weitestgehend? Ich habe es aufgegeben, Threads nach Gerüchten zu durchsuchen! Allerdings freue ich mich über die RPXe nur bedingt, da sie meiner Meinung nach das Adox Filmprojekt bedrohen! Ich benötige eben auch Planfilm und den bietet Rollei RPX nicht.

 

Am 80s würde mich vor allem auch die erweiterte Rotempfindlichkeit reizen.

 

Viele Grüße!

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#4
80S übertrifft in Sachen Feinkörnigkeit m.E. auch den Pan-F sichtbar. Als originärer Luftbildfilm ist er natürlich für Landschaftsaufnahmen prädestiniert. Die vor allem im Blaubereich streuenden atmosphärischen Trübungen fallen bei den superpanchromatischen Agfa-S-Filmen, die ihr Empfindlichkeitsmaximums im Rot haben, weniger ins Gewicht. Bei Porträts werden (überwiegend rötliche) Hautmerkmale aufgehellt und dadurch optisch deutlich unterdrückt. Bei Glühlicht tritt kein Empfindlichkeitsverlust ein, dafür muss man aber bei sehr hoher Farbtemperatur reichlicher belichten. Insofern sind die Agfa/Rollei-Emulsionen der genaue Gegenentwurf zu den Adox/ex-Efke-Materialien.

 

Als KB- und MF-Nutzer sind für mich Auflösungsvermögen und Feinkörnigkeit durchaus wichtig. Meine Versuche mit Efke liegen viele Jahre zurück; damals blieb der  (seinerzeit noch, wie der Ur-Adox, mit 14 DIN ausgeflaggte) Efke aber hinter dem APX 25 in diesen beiden Kriterien deutlich zurück. Der Charme der 50er-Jahre äußert sich eben nicht nur in den besonderen Tonwerten, sondern auch in den banaleren technischen Leistungsparametern. Insofern freue ich mich durchaus, dass mit dem RPX 25 nun die 15-DIN-Klasse wieder hochwertig mit einem modernen Material besetzt ist.

 

Einem wiederauflebenden Adox Single-Layer-25er, der ja ein Kultfilm und damit über kleinkarierte technokratische Überlegungen erhaben ist, wird wohl schon wegen der GF-Kundschaft eine ausreichend große Nische bleiben - sofern er denn kommt.

 

Gruß

 

tepe
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#5
Meine Hauptsorge ist, dass ich bei vorherrschenden hohen Bildkontrasten den 80s nicht gezähmt bekomme. Ich werde antike Architektur und Stätten im Kontext der Landschaft photographieren. Teilweise mit längerer Brennweite von gegenüberliegenden Hügeln aus. Das Vermögen des 80s Dunst durchdringen zu können wäre also höchst willkommen. Fragt sich nur welche Filterung ich dann benötige. Auf surreale Bilder lege ich eher weniger Wert. Beim Pan F benutze ich in aller Regel ein mittleres Gelbfilter oft auch ein Gelbgrünfilter, das die dortige Vegetation etwas heller bringt.

 

Normalerweise würde ich so ein Unternehmen im Großformat 4x5 inch machen, mit FP4+,dieser gefällt mir besser als TMX 100 bzw. Delta 100. Großformat ist diesmal nicht möglich, da ich auf weite Strecken zu Fuß unterwegs sein muss. Anders komme ich zu manchen Stätten gar nicht. Meine 6x9 Technika wird mich schon genug belasten. Ich strebe diesmal sehr große Vergrößerungen (60x90 cm) an, daher auch die Frage nach dem 80s. Außerdem benötige ich Verstellungen, daher die Technika. Sonst gäbe es leichteres!

 

Nochmals herzlichen Dank für Deine Hinweise!

 

Ciao!

 

CP

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#6
6x9, hochwertige Linsen und der 80s, da kannst du quadratmeterweise vergrößern, wenn man sinnvolle Betrachungsabstände berücksichtigt. Filtern musst du m.E. gar nicht, die Sensibilisierung sorgt ohne Filter für eine hervorragende Differenzierung von Pflanzengrün, das wird nie so ein grauer Einheitsbrei wie mit normalen Flmen. Ob du mit der geringen Schattendifferenzierung bei blauem Himmel leben kannst musst du anhand von Testaufnahmen selber entscheiden. Ebenso, welcher Entwickler für dich geeignet ist. Rodinal Standentwicklung z.B. könnte sinnvoll sein, der normale 30 sec Agfa-Kipp wird die Lichter schnell ausfressen lassen.

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#7
Zum Thema "Lichter weichklopfen": In der alten Paterson-Gebrauchsanleitung von FX-39 wird auf die Möglichkeit hingewiesen, zu diesem Zweck den Entwickler in einer erhöhten Verdünnung von 1+19 einzusetzen. Die Entwicklungszeit ist in diesem Fall zu verdoppeln. Siehe Anhang.

 

Gruß

 

tepe

 

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#8
Danke für die Hinweise. Handelt es sich bei FX-39 nicht um so eine Art Neofin?
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#9
Zitat:Ob du mit der geringen Schattendifferenzierung bei blauem Himmel leben kannst musst du anhand von Testaufnahmen selber entscheiden.

 

 

 

 
 

 

Aber ist das nicht eine Frage der Belichtung? Ich belichte mit dem Spotbeli ohnedies auf die Schatten. Wahrscheinlich erhalte ich dann bei entsprechendem Kontrastumfang eine weiter reduzierte Empfindlichkeit bei reduzierter Entwicklungszeit. Ca. ISO 25/15 müssten dann ja wohl hinhauen, aber da muss ich noch experimentieren.

 

Ich werde ohnedies zwei Rollfilmmagazine mit dabei haben (wobei es mich gruselt wenn ich an das Gewicht denke! Diese Linhof Rollex Magazine wiegen nämlich jeweils 1400 g!)

 

Allerdings muss ich mich dabei sputen, die Unternehmung beginnt nämlich bereits Ende Juli.

 

Viele Grüsse!
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#10
Zitat: 

<blockquote class="ipsBlockquote" data-author="grommi" data-cid="17450" data-time="1401890889">
<div>
Ob du mit der geringen Schattendifferenzierung bei blauem Himmel leben kannst musst du anhand von Testaufnahmen selber entscheiden.

 

 

 

 
 

 

Aber ist das nicht eine Frage der Belichtung? I

</div>
</blockquote>
Nicht nur. Der Film ist einfach 1-2 Blendenstufen weniger empfindlich im blauen Spektralbereich. Und Schatten werden im Freien bei schönem Wetter nun mal vom blauen Himmel beleuchtet. Das änderst du egal durch welche  Art der Belichtungsmessung nicht. Dem könntest du höchstens mit einem Blaufilter entgegenwirken, was natürlich auch wieder unsinnig ist, denn dann kannst du auch gleich einen "normalen" Film nehmen. Ein Blick auf das Diagramm der spektralen Empfindlichkeit im Datenblatt verrät dies sofort und einleuchtend ;-)

 

PS: wie gesagt, ob dir dieser Film mit seinen speziellen Eigenschaften gefällt oder nicht wirst du erst bei mit Testaufnahmen erfahren. Ich finde diese Agfa Luftbildfilme hochinteressant. sie sind die "Machos" unter den SW-Filmen. Das genaue Gegenteil sind die ortho(pan)chromatischen Filme, die unglaublich subtil sein können und die "Luftperspektive" sehr betonen.

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