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Foma PE Soft: Probleme mit Kontrast
#1
Gestern Abend hab ich nun endlich mal wieder Dunkelkammer gespielt. Dabei sind mir einige Probleme untergekommen mit der weichen Variante von Foma. Wie schon mal angedeutet, hab ich früher immer eher harte Kontraste bevorzugt und wusste nicht mehr genau, wieso eigentlich, denn ich mag durchaus auch den Bildeindruck von reichen Grauwerten.

Kurze Schilderung: Zunächst hab ich Kontakte gemacht von meinen Negativen auf der normalen Gradation. Teststreifen usw., alles reagierte genau so, wie ich das erwartet hätte. Die Kontakte sind gut geworden.

Das erste Motiv, das ich dann abziehen wollte, ist gut durchgezeichnet. Es ist im Abendlicht entstanden. Die Sonne schien auf ein Haus am Fluss, dahinter sind Bäume. Zwischen den Blättern ist keine Zeichnung mehr, also tiefes Schwarz, während die Hauswand so hell ist, dass die Lichter kaum Zeichnung aufweisen - kaum, aber doch noch.

Ok, auf dem Kontaktprint sieht das ganz passend aus. Mit dem weichen Foma erstmal einen Probestreifen gemacht, 3 Sekunden-Schritte. Zu meiner Überraschung reagiert das Papier sehr viel träger als erwartet. Erst bei über 12 Sekunden war erste Zeichnung erkennbar. Aber der Abzug mit 12 Sekunden war viel zu blass. Also einfach mal auf 20 erhöht. War schon besser, aber das Schwarz war immer noch Anthrazit. Erst bei 30 Sekunden waren die dunklen Bildteile so, wie ich mir das vorgestellt hätte. Da aber war dann die Hauswand zu tief gerutscht, so über den Daumen würde ich sagen, unter Zone 5. (Wahrscheinlich wäre ein Probestreifen mit 5-10-Sekunden-Schritten hier angeratener gewesen, aber der Abend war schon weit fortgeschritten, und ich wollte ja auch endlich mal was sehen...)

Also eher dunkelgraue Schwärzen und hellgraue Lichter. Wie würdet ihr in diesem Falle reagieren? Wie weich ist "Soft"? Klar, steht auf dem Beipackzettel, aber das sagt mir nix. So über den Daumen und aus der Erinnerung heraus würde ich sagen, Ilford 2 war härter als dies.

Ich hab dann einfach nochmal mit der Normal-Gradation angefangen, und siehe da: Teststreifen mit 5-Sekunden-Schritten, 10 Sekunden passten. Einfach so abgezogen, und jetzt ist das Motiv exakt so, wie ich mir das vorgestellt hatte: von hellem Weiß bis zu tiefem Schwarz alles dabei.

Jetzt habe ich bis 2 Uhr nachts mit dem einen Motiv gekämpft Smile und letztlich hat mich dann der aufgehende Mond vertrieben... Aber das ist eine andere Geschichte.

Grüße

Rolf
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#2
Hi Rolf,

 

du verwendest also festgraduiertes Papier. Warum es so etwas noch gibt, konnte mir noch keiner so recht erklären, aber das mußt du wissen.

Was steht denn auf dem Beipackzettel?

 

Zu deinen Probestreifen kann ich dir aber einen Tip geben: probier mal, statt immer Sekunden zu addieren, immer mit demselben Faktor zu multiplizieren, wie eine Blendenreihe.

Also z.B. 10-14-20-28s.

So erhöhst du immer alle Dichten in gleichmäßigen Stufen und kommst viel schneller zum Ziel.

 

Bis nachts um zwei an einem Motiv, das kennen, glaub ich, viele... Hauptsache was gelernt!

 

Frankgrüße

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#3
Nachdem, was du beschreibst, war das Papier für dein Negativ einfach zu weich. Wäre das Negativ härter (z. B. länger entwickelt), wäre das Papier genau richtig gewesen. Offenbar war der globale Kontrast deinen Negativs geringer als angenommen und daher war Gradation "normal" besser dafür geeignet. Die Gradation des Papieres richtet sich immer nach dem globalen Kontrast des Negatives. Hier muss man fein abstimmen, um maximalschwarz + Zeichnung UND brilliante Lichter + Zeichnung zu bekommen. Bei einem anderen Negativ in grellem Sonnenschein auf die Schatten belichtet, welches also härter ist, wäre das weichere Papier sicherlich angebrachter. Ich nutze nur noch Multikontrastpapier und stelle die Gradation fein gemäß dem Kontrast meines jeweiligen Negativs ein.

Gruß,

Thomas
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#4
Wenn die Scahhten richtig sind (tiefes Schwarz) und die Lichter zu dunkel, dann mus der Kontrast erhöht werden. Bei festgraduiertem Papier geht das nur eingeschränkt: Länger entwicklen, bis kurz vor dem Schleier, konzertrierteren Papierentwickler benutzen.

Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#5
Jetzt muss ich aber noch schnell antworten auf eure Tipps. Ihr hattet alle recht, der Kontrast des einen Motivs war nicht so stark wie bei anderen auf dem gleichen Film. Mit härterem Papier ging es wunderbar.

Die ganz harten Motive hab ich dann mit weichem Papier getestet. Zunächst hab ich mich gewundert, dass das weiche Papier viel weniger empfindlich ist, 30 statt 6 Sekunden Belichtungszeit ist schon eine Hausnummer.

Aber dann: auf allen 4 Motiven, die ich so abgezogen hab, liegt ein Grauschleier. Das könnte an der Beleuchtung liegen, die noch nicht optimal gelöst war (hatte ich ja den anderen Thread vom Zaun gebrochen). Oder hab ich überentwickelt? Obwohl - von früher weiß ich, dass Überentwickeln anders aussieht... Dafür spricht nur, dass der Grauschleier ziemlich gleich ist bei allen 4 Bildern, wenn es die Beleuchtung gewesen wäre, würde ich erwarten, dass es von Abzug zu Abzug schwankt.

Das Graue macht sich an allen weißen Stellen bemerkbar, also z. B. Fensterrahmen, die eigentlich einfach weiß sein müssten, so wie das unbelichtete Papier, haben ein Mindestgrau. Das sieht das Auge natürlich auf der ganzen Bildfläche, sieht aus wie auf Zeitungspapier oder Ökopapier abgezogen.

Leider ist mein Scanner kaputt, sonst hätte ich es hier mal reingestellt. Auf was tippt ihr nach meiner Beschreibung?
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#6
Wie alt ist denn das Papier? Papier, welches einige Jahre alt ist und nicht kühl gelagert wurde, hat eigentlich immer einen Grauschleier.

Gruß,

Thomas
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#7
Zitat:Hi Rolf,
 
du verwendest also festgraduiertes Papier. Warum es so etwas noch gibt, konnte mir noch keiner so recht erklären, aber das mußt du wissen.
Was steht denn auf dem Beipackzettel?
Eigentlich hab ich vor, auf die Dauer mit Baryt zu arbeiten. Da ich aber meine Gerätschaften dafür noch nicht hier hab und nach der langen Zeit ein bisschen aus der Übung bin, hab ich gedacht, ich fang mal mit PE an. Wie lange gibt es denn Multigrade-Papier schon? War das nicht in den 80ern, als es aufkam? Damals hab ich hauptsächlich sowas gemacht, und damals hatte ich meine Probleme damit.

Außerdem suche ich nach einem Look wie in den 50ern oder 60ern. Deshalb hab ich auch nicht nur Bilder mit meinem Leib-und-Magen-Film FP4 gemacht, sondern auch mit dem ADO und so experimentiert. Diese Filme hab ich mit der alten Zeiss-Ikon belichtet, um den Effekt zu verstärken. Und damals gab es doch sicher nur festgraduiertes Papier, oder? Im Prinzip geht das auch in die richtige Richtung. Abgesehen von dem Grauschleier kommt nämlich auf den Bildern, die starke Kontraste haben und die ich auf dem weichen Foma abgezogen hab, schon richtig 50er-Jahre-Feeling auf. Ich muss nur noch an meiner Technik feilen...
 
Zitat:Zu deinen Probestreifen kann ich dir aber einen Tip geben: probier mal, statt immer Sekunden zu addieren, immer mit demselben Faktor zu multiplizieren, wie eine Blendenreihe.
Also z.B. 10-14-20-28s.
So erhöhst du immer alle Dichten in gleichmäßigen Stufen und kommst viel schneller zum Ziel.
Boah, jetzt strapazierst du aber mein Mathe... also 4, 6, 8 Sekunden draufzählen? Dann muss ich aber jedes Mal die Schaltuhr weiterdrehen, das wird etwas fummelig im Dunkeln, und den Probestreifen muss ich auch noch festhalten... wie machst du das?
 
Zitat:Bis nachts um zwei an einem Motiv, das kennen, glaub ich, viele... Hauptsache was gelernt!
 
Frankgrüße
Das kam natürlich auch dadurch, dass ich erst so lange alles zusammensuchen musste. War schließlich alles im Keller geparkt seit 20 Jahren. Am Sonntag konnte ich dann eher anfangen. Ich muss aber noch eine vernünftige Verdunkelung besorgen. Um 1 ging der Mond auf, und der schien dann so hell rein, dass ich aufhören musste...

Rolf
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#8
Zitat:Wie alt ist denn das Papier? Papier, welches einige Jahre alt ist und nicht kühl gelagert wurde, hat eigentlich immer einen Grauschleier.
Das hab ich jetzt ganz frisch bestellt bei Fotoimpex, keine Ahnung, steht da ein Datum drauf?
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#9
Was mir noch einfällt zu dem Grauschleier: Da ich 6 x 6 aufgenommen hab, hab ich diese 4 Bilder (zufällig) quadratisch abgezogen, also ist an den Seiten ein Rand. Der Rand ist reinweiß, also wirklich schön hell. Mit diesem Rand kann man aber zur Kontrolle auf den anderen Bildern an die hellen Stellen gehen und sehen, wie grau die dagegen sind. Auf dem Normal-Papier sind die weißen Stellen wirklich weiß, das kann man damit auch schön sehen, und die wirken auch besser.

Das Normal-Papier hat aber nur eine kurze Belichtungszeit, das weiche eine sehr viel längere. Daher mein Verdacht, es könnte mit der Beleuchtung zusammenhängen, also dem Zuwachs in der Graukurve, quasi so, wie bei dem Test. Jetzt ist das hier aber ein Mischthread geworden...
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#10
Zitat: 



Boah, jetzt strapazierst du aber mein Mathe... also 4, 6, 8 Sekunden draufzählen? Dann muss ich aber jedes Mal die Schaltuhr weiterdrehen, das wird etwas fummelig im Dunkeln, und den Probestreifen muss ich auch noch festhalten... wie machst du das?

 

 
Hallo Rolf-Werner,

 

ich gebe zu, ich hab da so eine schicke Schaltuhr mit Fußschalter, die das aus freien Stücken macht, wenn man sie nicht explizit daran hindert...aber mit ner normalen Uhr gehts auch.

Ich mache Probestreifen mit einem schwarzen Karton mit Schlitz und belichte jeden Streifen separat (jedesmal den Schlitz eine Breite weiterschieben)

 

Die Uhr kannst du präparieren, indem du eine handgemalte Skala drüberklebst, die z.B. bei 8-10-13-16-20-25-32-40-51-64 Skunden Striche hat (das sind jetzt Drittelstufen; in halben Stufen sind es entsprechend 8-11-16-22 usw oder eben 10-14-20, wie die Blendenzahlen). Plutimikation, wie schon die schlaue Pippilotta Rollgardina wußte :-)

 

Die heutigen Variokontrastpapiere sind richtig gut, aber ich will da niemanden missionieren. Die Ansicht, daß Zooms zum Fotografieren untauglich sind, lebt auch immer noch.

 

Frankgrüße
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