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Filmentwicklung selber oder im Labor?
#1
Das ist ein bisschen eine Glaubensfrage, aber trotzdem:

 

Ich möchte mein Fotolabor wiederbeleben, hab seit vielen Jahren nichts mehr gemacht, und jetzt stellt sich mir die Frage, ob es immer noch die Diskussion gibt, ob das Selberentwickeln sinnvoll ist oder nicht. (Wenn man Spezialitäten will wie Push-Entwicklung, 1+n oder so, dann muss man das selber machen, ist schon klar...)

 

"Damals" gab es den Standpunkt, dass man im Labor seine Filme durch eine Einheitsjauche gezogen bekommt und keine Kontrolle darüber hat, wie alt die Chemie ist. Es gab aber auch die Stimmen, die gesagt haben, wenn man ein ordentliches Labor hat, kontrollieren die die Chemie sorgfältig und man hat wenigstens eine technisch einwandfreie Normalentwicklung exakt nach Herstellerangaben.

 

Meine eigenen Erfahrungen mit Selbstentwicklung waren nicht so doll, es fiel mir schwer, die Temperaturen einzuhalten und dafür zu sorgen, dass die Negative nicht staubig und kratzfrei wurden. Darum hab ich dann die Filme im Endeffekt immer ins Labor gegeben und keine wirklich schlechten Erfahrungen damit gemacht.

 

Was sagt ihr aus heutiger Sicht darüber? Danke für eure Meinungen...

 

Rolf

 

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#2
Hallo Rolf,

 

sprichst Du über die Entwicklung von SchwarzWeiss Filmen, Farbnegativ der Dia?

Insofern Du SchwarzWeiss meinst, ist meine Überzeugung die Selbstentwicklung.

 

Zum einen sind die Kosten wesentlich niedriger. Es ist, bei immer wieder gleicher

Verarbeitung, relativ idiotensicher seine Filme kratz- und staubfrei ordentlich verarbeitet

zu bekommen. Temperaturen halte ich bei plus minus 1-2 Grad Celsius, was für meine

Ansprüche ausreicht - also kein Hexenwerk. Ich habe mal in einem Labor gearbeitet

und da hat niemand extra Chemie angerührt. Es wurden alle SchwarzWeiss Filme

in HC-110 in Rotation entwickelt und die Zeit war Erfahrungssache. Fixierung und

Wässerung war im Grunde okay aber naja.... Ich selber bin da nicht wirklich super

penibel aber meine Verarbeitung ist trotzdem gründlicher als in jenem Labor. Zeit

kostet halt Geld und niemand bezahlt 10 Euro für eine Filmentwicklung. Ich habe

in meinen Ordnern Filme von vor 5 Jahren gefunden, die wurden im Labor entwickelt

und ich musste sie jetzt neu fixieren da sie schon einen gelben Schimmer drauf 

hatten - meint: nicht richtig ausfixiert. 

 

Fazit: Mach es selber und Du hast es vollkommen unter Deiner Kontrolle. Insofern

Geld keine Rolle spielt und Du ein vertrauenswürdiges Labor findest, kannst Du Dir

das langweilige geschüttel natürlich auch sparen. Es gibt wirklich spannendere Be-

schäftigungen als 50 Filme zu entwickeln.

 

Viel Spaß mit Deiner neuen Duka

Dirl
´Schwarzweiss ist Farbe genug.´ B.Klemm
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#3
Danke fürs Mutmachen!

 

Ja, es geht mir um SW negativ.

 

Wie sieht das aus, wenn man die Filme in ein Großlabor schickt, Cewe oder Orwo oder sowas, sind die immer noch so katastrophal wie ihr Ruf vor 10, 20 Jahren?

 

Rolf
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#4
Ich empfehle dir die Entwicklung wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe erst vor etwa drei Jahren zur Fotografie, im speziellen zur analogen Fotografie gefunden. Oft habe ich leider ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht was die Entwicklung im Fotolabor betrifft und dabei muss man sagen, dass ich meine Filme bei unterschiedlichen und oft nur bei renommierten Fotogeschäften abgegeben habe. Die Ergebnisse waren recht unterschiedlich, mal hat es gepasst, mal war das Ergebnis katastrophal (grobkörnig, fleckig, zerkratzt usw.). Das trifft genauso auf Farbfilme zu, deshalb gehe ich auch hier immer mehr zur Selbstentwicklung über. Schwarz-Weiß mache ich seit einiger Zeit nur mehr selbst. Das Risiko ist mir einfach zu hoch und außerdem hat man viel mehr Freiheiten.

 

Es gibt eigentlich fast nur Vorteile für die Selbstentwicklung:

 

.) Preis. Eine SW-Entwicklung kostet bei vielen Labors schon 6,50€ und mehr. Bei der Selbstentwicklung unterschreitet man diesen Wert doch um einiges.

 

.) Freiheit. Du kannst jenen Entwickler wählen, der für deinen gewünschten Bildausdruck am besten passt.

 

.) Pull- und Pushentwicklung nach Belieben. Im Fotolabor wird meist ein Aufschlag von 100% verlangt. Da wären wir dann schon bei 13,00€!!!

 

.) In vielen Fällen Zeitersparnis. Es gibt keine Fahrtwege und keine Wartezeiten auf den Film.

 

.) Der letzte und wichtigste Punkt ist aber, dass niemand dir deine Filme "versauen" kann. Bei einem sauberen Arbeiten gibt's keine Kratzer, Flecken, Fingerabdrücke oder sonst irgendetwas. Wenn es aus dem Labor kommt muss man zittern ob alles geklappt hat. Und wenn doch mal was schief geht, muss man sich zumindest über niemanden ärgern.

 

 

Welche genauen Probleme mit der Temperatur hattest du denn?

 

 

Nach langen Mühen mit Staub und Co dürfte ich langsam meinen Weg gefunden haben: Ich verwende nach der Schlusswässerung kein Netzmittel, sondern wässere den Film in destilliertem bzw. entmineralisiertem Wasser dreimal. So hatte ich noch nie irgendwelche Flecken. Danach kommt der Film aus der Dose und wird im Badezimmer aufgehängt. Früher habe ich ihn einfach klatschnass hängen lassen, teilweise hatte ich aber dann mit eingefressenem Staub zu kämpfen. Nun ziehe ich den Film immer durch meine gründlich gereinigten Finger durch um überschüssiges Wasser zu entfernen und um so die Trocknung zu beschleunigen. Damit habe ich nun auch das Staubproblem in den Griff bekommen. Seither hatte ich eigentlich keine Probleme mehr. Kratzer hatte ich bisher eigentlich nur wenn mal was beim Einspulen schiefging, sonst aber nie.

 

 

 

 

 

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#5
Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, selber entwickeln von SW Filmen ist vorzuziehen.

 

Ein Großlabor wird auch wenn der SW Anteil inzwischen wohl sehr gering ist noch eine Hängermaschine betreiben, die es ermöglicht Filme mit unterschiedlichen Zeiten zu entwickeln. Man sortiert also vor und entwickelt entsprechend. Allerdings nur in einem Standardentwickler der etwa Ilford ID 11, Kodak D 76 oder Agfa Refinal entspricht. Wichtig bei der Massenverarbeitung ist weniger das perfekte Negativ sondern eine hohe Anzahl kopierfähiger Negative, denn mit den Prints wird das Geld verdient.

 

Wenn Du es selber machst hat Du alle Möglichkeiten Entwickler zu verwenden nach Geschmack und Bedarf. Die Temperatur von 20° C einzuhalten sollte doch nicht so schwer sein. Oder willst Du in einer Saunakabine oder im eiskalten Keller arbeiten?

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#6
Hallo Rolf-Werner,

 

Ich bin selbst wieder nach sehr anger Laborabstinenz vor längerer Zeit wieder eingestiegen und ich muss sagen Filme entwickeln ist wie Radfahren man verlernt es nicht. was die Frage betrifft Labor oder selbst so hatte ich früher ein Stammfotogeschäft  betrieben von einer älteren Dame und ihrem kleinen Bruder, der auch das Labor machte, und der sagte immer Schwrz Weiß muss man selber mahen das darf man nicht weggeben das wird nix!

Was aber eine aternative sein kann was ich aber noch nicht ausprobiert habe aber ausprobieren würde wenn ich vorm selbstentwickeln angst hätte oder keine Lust wären die Schwarzweißfilme die auf Farbfilm basieren und im c41 Prozess verarbeited werden.

Beim selbstentwickeln hast du aber mehr möglichketen deinen eigenen Weg zu finden und mit Entwicklern zui experimentieren.

Früher war ich eingeschoßen auf Agfapan 100 und Rodinal. Nun probierte ich auch CHS 1 Aus und Orwo UN 54 und den testede ich spasseshalber auf Acurol ein und obwohl ich nur ne Testtafe fotografierte war es ein Aha Erlebnis, man kann mit anderm Entwickler keine Wunder verbringen aber man kann sehr viel an der Bildwiedrgabe ändern.

Es ist nun die Entscheidung zwischen bequmlichkeit und kreativität die treffen musst, wobei man nicht vergessen darf dass auch nach der Filmentwicklung es noch wege der eigenen Kreativität gibt.

Und was das mit Staub und Trocknen betrifft ich hab mal von einem gehöhrt der seine Entwicklungsspiralen am Stück in die Salatschleuder gibt und trockenschleudert und dann erst aufhängt.

 

Es gibt immer viele Wege wichtig ist dass man seinen Eigenen findet

 

Gruß Achim

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#7
Ok, ok :-) überredet...

 

Wusste nicht, dass das Entwickeln im Labor inzwischen so teuer ist. Es wird mir also eine Freude sein, es wieder selber zu machen.

 

@Neutrino: Der Tipp mit dem destillierten Wasser klingt gut. Soweit ich mich erinnere, habe ich damals auch kein Netzmittel genommen und die Filme so aufgehängt, dann allerdings mit so einer Gummizange abgestreift. Mal sehen, ob ich das Ding noch habe. Die Kratzer kamen nur rein, wenn da irgendwie Dreck drauf war... Naja, ich war ja auch erst 16... Fön hab ich auch mal probiert, aber der Film rollte sich auf!

 

Und das mit den 20 °, naja: Wenn man mit Leitungswasser anmischt, bekommt man eher 10 °, die müssen dann warm werden. Und wenn man 22 ° im Zimmer hat, ist die Lösung irgendwann auch so warm...

 

Oder würdet ihr zum Anmischen auch destilliertes Wasser nehmen?
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#8
Hallo Achim,
 
danke auch dir fürs Mutmachen. Also, ihr habt mich überzeugt.

Ich hab früher viel FP4, HP5 und so'n Kram genommen, auch weil's einfach billig war.

Mit verschiedenen Entwicklern hab ich nie experimentiert, war immer nur froh, wenn ein Bild rauskam. Das soll sich nun ändern :-)

Zitat:Und was das mit Staub und Trocknen betrifft ich hab mal von einem gehöhrt der seine Entwicklungsspiralen am Stück in die Salatschleuder gibt und trockenschleudert und dann erst aufhängt.
Das ist ja wohl ein Hammer, das hab ich ja noch nie gehört! Wie hat er denn die Umwucht in den Griff gekriegt??? Ist aber einen Versuch wert!

Gut, ich habe mir dieses Jahr - in weiser Voraussicht - auf den Flohmärkten in Schweden schon einiges an Laborgerät besorgt, was ich von früher noch nicht hatte, auch eine bessere Entwicklungsdose und einige Dinge zum Wässern usw. Auch Kram für Papierentwicklung. Nein, man verlernt das nie. Wenn man das kennt, sieht man die Sachen in einem riesigen Haufen Müll sofort raus, hab ich noch gedacht!

Ok, dann könnt ihr mir sicher sagen, welchen Entwickler ihr für den CHS 100 nehmen würdet, damit er so richtig altmodisch kommt. Und womit würdet ihr heutzutage einen FP4, einen Fomapan 400 und einen TMax entwickeln?

Mit dem TMax hatte ich mal zu tun, den hab ich damals im Labor entwickeln lassen (war vielleicht der Fehler), der kam unheimlich flau. Selbst mit Gradation 5 war da kaum was zu machen.

Der HP5 kam auch bei mir immer deutlich weicher, ging aber noch bei Gradation 4. Der FP4 war immer schön knackig und trotzdem durchgezeichnet, völlig unkompliziert, eigentlich mein Lieblingsfilm damals.
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#9
Ach! Zum Fomapan brauche ich ja nur den nächsten Thread zu lesen, das war mir gar nicht aufgefallen...
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#10
Hallo Kollegen,

 

ich muss zum trocknen noch kurz etwas los werden. Ich stehe schon etliche Jahre im eigenen Labor

und habe schon hunderte Plan-, Roll- und Kleinbildfilme entwickelt. Benutzt ein Netzmittelbad am

Schluß und ihr habt kaum Probleme mit der Trocknung! Das Zeug ist extrem ergiebig und eine kleine

Flasche kostet etwa 7 Euro. Damit kommt kann locker ein bis zwei Jahre hin. Etwas destiliertes

Wasser, 1ml Netzmittel dazu und fertig. Ich habe vielleicht 1 mal bei 100 Filmen so etwas kleines,

was man mit viel Fantasie Staub nennen kann, auf einem Film entdeckt. Ich muß dazu sagen, daß

es in meiner Duka alles andere als sauber zugeht. Ich habe mein Labor im Keller einer alten Bahn-

werkstatt, in der ich höchstens ein mal pro Jahr grob sauber mache. Trotzdem sind meine Filme 

nach der Trocknung staubfrei. Mit Netzmittelbad zum Abschluß trocknen Filme auch wirklich schnell.

Ich hänge sie in eine Ecke des Raumes, den ich danach bis die Filme trocken sind, nicht mehr benutze

um keinen unnötige Staub aufzuwirbeln.

 

Schönen Abend Euch und habt Mut zur Selbstentwicklung. Es ist einfacher als man anfänglich glauben

mag.

 

Dirk

´Schwarzweiss ist Farbe genug.´ B.Klemm
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