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Warum Festgradation, wo es doch Multigrade gibt?
#1
Seitdem ich wieder verstärkt unser Badezimmer als Dunkelkammer nutze, frage ich mich, warum es überhaupt noch Festgradationspapiere auf dem Markt gibt - ist doch die Auswahl an Gradationswandelpapieren so groß. Haben Festgradationspapiere irgendeinen Vorteil gegenüber den Wandelbaren, etwa was Verarbeitung oder Ergebnis angeht? Und, falls ja, gibt es eine Möglichkeit, trotz fester Gradation den Kontrast im Entwicklungsprozess zu steuern, etwa über die Verdünnung des Entwicklers?
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#2
Festgraduiertes Papier hat noch immer seine Berechtigung - vor allem wenn man keine Standardfilme oder in Standardverfahren entwickelte Filme verwendet. Beispiele hierzu sind die im C-41-Verfahren entwickelten s/w-Filme wie der Ilford XP-2 oder der Kodak BW 400CN. Durch deren farbige Maskierung stimmen deine Gradationsfilterwerte nämlich nicht mehr... Auch Filme, die in stainenden Entwicklern (z.B. Mörsch Tanol o.ä.) entwickelt wurden, bringen die Filter durcheinander. Außerdem sind die Chancen, von einem Colornegativ ein halbwegs verwertbares Positv zu bekommen, mit 'nem festgraduierten Papier weitaus größer... Daneben gibt es noch weitere, teils subjektive Vorteile, die hauptsächlich mit der einfachen Handhabung zusammenhängen...



Die steuermöglichkeiten für den Kontrast bei festgraduierten Papieren sind sehr gering, weil nicht vorgesehen...
Gruß

Wolf
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#3
Man kann festgraduierte Papiere im Zweibadverfahren entwickeln, mit einem weichen und einem harten Entwickler. Über das Verhältnis beider Zeiten lassen sich Zwischenstufen erreichen.
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#4
Zwischenstufen erreicht man noch viel einfacher durch Variation der Entwicklungszeit. Wie beim Film. Je länger entwickelt, desto härter. Eine halbe Stufe schafft man damit.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#5
Verliert man nicht einiges an Dmax, wenn man nicht komplett ausentwickelt? Oder sollte man die verküzte Entwicklungszeit dann auch (wie beim Film) mit längerer Belichtung kompensieren?
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#6
...viel mehr wie +/- eine halbe Gradationsstufe wird man sinnvoll mit all diesen Verfahren nicht erreichen können. Das sind alles Notlösungen aus Zeiten, wo sich der normale Amateur einfach nicht alle Gradationen leisten konnte...
Gruß

Wolf
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#7
[quote name='Michael K..' timestamp='1363163777' post='15859']

Verliert man nicht einiges an Dmax, wenn man nicht komplett ausentwickelt? Oder sollte man die verküzte Entwicklungszeit dann auch (wie beim Film) mit längerer Belichtung kompensieren?

[/quote]

Ausentwickeln muss man schon. Aber wenn man die Entwicklungszeit von 2 auf sagen wir 5 Minuten verlngert ("kurz vor Schleier"), das bringt dann schon etwas.

FG-Baryt-Papiere stoppen die Entwicklung nicht so schlagartig wie die heutigen Multigrade-PE. "Ausentwickeln" ist also relativ. Die fünffache Bildspurzeit sollte es aber schon sein, für ordentlich tiefe Schatten.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#8
Festgraduierte Papiere haben oftmals einen höheren Kopierumfang als Multigradepapiere (einen längeren Kurvenverlauf).

Wenn man also seine Negative nach dem Zonensystem entwickelt und wirklich perfekte Negative hat, kann man auf festem Papier unter Umständen etwas mehr Differenzierung oben und unten erzielen. Dem steht aber die Möglichkeit gegenüber mit Multigradepapieren gezielt mit meheren Garadtionen in einem Bild zu arbeiten. Man kann z.B. den Himmel mit Filter 0 "nachziehen" und so Zeichnung in die Wolken bekommen ohne den Himmel abzudunkeln. Meines Erachtens schlägt das den leicht höheren Kopierumfang.



Viele Grüße,



Mirko
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