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Filmentwickler nach gewissen Anforderungen gesucht!
#31
Es gibt keine Wunderentwickler. Was man tun kann ist, Phenidon-basierte Entwickler zu benutzen. Gegenüber Metol-basierten gewinnt man ca. 1/3 Blende an wirklicher Schattenzeichnung.

Dann existieren noch die Entwickler mit Inhibitionsystem aus dem Hause SPUR. Man kann damit manche Filme extrem überentwickeln, ohne das die Lichter zu dicht werden. Der Schleier steigt damit kräftig an, was den Kontrastumfang etwas reduziert. Die Angaben des herstellers werden nicht erreicht, aber ca. eine ganze Blende echter Empfndlichkeitsgewinn ist drin. Das ist eine ganze Menge und anders nicht zu erreichen.
Bleibt dran, am Sucher.



--Uwe
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#32
Zitat:Hallo,

 

die Feinkörnigkeit des T-Max 400 wird leider immer wieder legendenhaft überschätzt. Ich habe mir verschiedene Filme bei 1000 facher Vergrößerung unter einem hochauflösendem Lichtmikroskop angesehen. Das Korn des T-Max 400  in HC 110 ist wesentlich gröber, als das Korn vom Adox 100 Efke in Neofin Blau. Er mag unter den 400er der Beste sein, aber einen 100er erreicht er nie.
 

Hallo Renate,

 

es mag ja vielleicht in diesem Fall sein, dass bei der Kombination TMY-2 mit HC-110 (ein grobkörniger arbeitender Entwickler) der 100er Efke in Neofin Blau feiner kommt.

Aber daraus eine allgemeingültige Aussage abzuleiten, dass der TMY-2 nie, egal mit welchem Entwickler, das Niveau eines konventionellen 100ers erreichen kann, das geht nicht.

Aufgrund meiner Testergebnisse muss ich dem auch klar widersprechen. Ich habe in den letzten Jahren fast alle Filme des Marktes systematisch in standardisierten Verfahren getestet. Ich habe hier mittlerweise ein Archiv mit mehr als 10.000 Aufnahmen zu der Thematik.

Und bei den SW-Negativfilmen habe ich auch Tests mit unterschiedlichen Entwicklern gemacht.

Ich habe zu Vergleichszwecken auf Papier vergrößert, projiziert, und mit dem Mikroskop Vergleiche bei 40x und 100x Vergrößerung gemacht.

 

Hier mal einige Auflösungswerte im Vergleich (Objektkontrast 1:4):

 

Adox CHS 100: 80 –90 Lp/mm

 

Adox CHS 100 II : 100 – 110 Lp/mm

 

Fomapan 100 : 75 – 90 Lp/mm

 

Ilford FP4+: 75 – 90 Lp/mm

 

Ilford Delta 100: 130 – 140 Lp/mm

 

Kodak Plus-X: 80 – 100 Lp/mm

 

Kodak T-Max 100: 135 – 150 Lp/mm

 

Fuji Acros 100:  115 – 130 Lp/mm

 

Agfa APX 100: 100 – 115 Lp/mm

 

Adox Silvermax: 105 – 115 Lp/mm

 

 

Ilford Delta 400 : 75 – 85 Lp/mm

 

Ilford HP5+: 60 – 75 Lp/mm

 

Ilford XP2 Super: 80 – 90 Lp/mm

 

Kodak Tri-X: 65 – 75 Lp/mm

 

Kodak T-Max 400 (TMY-2): 90 – 105 Lp/mm

 

Kodak BW 400 CN: 100 – 115 Lp/mm

 

Bergger BRF 400 Plus / Orwo N74 Plus: 65 – 75 Lp/mm

 

Fuji Neopan 400: 70 – 80 Lp/mm

 

Und in der Körnigkeit liegt der TMY-2 beispielsweise leicht besser als ein Fomapan 100, Kentmere 100, RPX 100. Das war mein Ergebnis mit HRX.

An einen Silvermax, TMX, Acros oder Delta 100 kommt er natürlich nicht ran.

 

"Die klassischen Emulsionen bestehen im übrigen nicht aus kubischen Kristallen. Die Kistallformen sind sehr unregelmäßig und auch die Größe variiert sehr stark. Kubische Kristalle sind eher selten."

 

Der Begriff hat sich eben in der Fotografen-Umgangssprache über die letzten fast 30 Jahre eingebürgert, um die älteren Emulsionstypen von den neueren CCG (Controlled Crystal Growth) Typen zu unterscheiden.

Dass die Kristallformen aus physikalischer Sicht sehr viel differenzierter zu betrachten sind, ist völlig klar.

Für den Fotografen spielt das in der Praxis aber keine Rolle.

 

BG,

Henning
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#33
Hallo,

 

der Begriff "kubische Kristalle" ist klar definiert. Das kann man in Fachbüchern nachlesen. Das Problem ist wohl eher, dass viele Fachbegriffe von Einigen falsch verstanden werden und dann persönlich umdefiniert werden. Kodak benutzt die Begriffe in Veröffentlichungen immer präzise und eindeutig. Wenn man Slang benutzt, sollte man immer daran denken, dass die Bedeutung nicht allgemeingültig ist.

 

Es gibt auch Emulsionen, die tatsächlich aus kubischen Kristallen bestehen. Die haben aber Eigenschaften, die für die künstlerische Fotografie nicht so geeignet sind. Daher ist es schon wichtig, die Kristallformen genau zu unterscheiden.

 

Es findet in der gequollenen Emulsion auch keine Kristallwanderung statt. Die Silberhalogenidkristalle und die entwickelten Körner bleiben immer an dem Ort, an dem sie belichtet wurden. Die Zusammenballungen von Körnern entstehen durch die infektiöse Entwicklung. An der Stelle, an der ein belichteter Kristall entwickelt wird, wird durch Oxidationsprodukte die Entwicklung weitere unbelichteter Kristalle induziert. Dieser Vorgang wird durch Substanen im Entwickler mehr oder weniger gebremst. Das entwickelte Korn wird also immer größer, als ein einzelner Silberhalogenidkristall. Diese Verstärkung ist notwendig, damit das Negativ überhaupt vergrößerbar ist.

 

Wenn ich zu einem 400 ASA Film greife, will ich 400 ASA haben. Wenn ich feineres Korn brauche, nehme ich keine 400 ASA sondern eine Feinkornemulsion. Es gibt doch alles. Ich muss nicht einen 400 ASA Film verbiegen, um damit dann eine hohe Auflösung zu erzielen. Das Ergebnis wäre dann meist ein schlecht zu vergrößerndes Negativ und ausdruckslose Grautöne.

 

Den T-Max 400 entwickel ich in HC 110, weil ich damit optimale Grautöne erhalte und weil ich sehr einfach die Schwärzungskurve beeinflussen kann. Die Betrachter meiner Bilder schauen sich die Grautöne an und nicht das Korn. In meinen Bildern geht es um Emotionen und nicht um Auflösung.

 

Langwierige und ausführliche Tests fallen bei mir unter dem Stichwort "Prokrastination". Ich nehme die Dinge lieber so, wie sie sind und arbeite damit kreativ. Das Testen überlasse ich den Herstellern.

 

Viele Grüße

Renate

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#34
Hallo Renate,

 

"Wenn ich zu einem 400 ASA Film greife, will ich 400 ASA haben. Wenn ich feineres Korn brauche, nehme ich keine 400 ASA sondern eine Feinkornemulsion. Es gibt doch alles."

 

nun, es gibt aber eben oft Aufnahmesituationen, wo höhere Empfindlichkeiten erforderlich sind. Man als Fotograf aber trotzdem gern ein detailreiches Bild haben möchte, dass sich auch gut vergrößern lässt. Und da ist man dann foh, Filme wie beispielsweise den TMY-2, BW 400 CN, Provia 400X, Fuji Pro 400H oder Portra 400 zu haben, die einem genau das problemlos ermöglichen.

 

"Ich muss nicht einen 400 ASA Film verbiegen, um damit dann eine hohe Auflösung zu erzielen. Das Ergebnis wäre dann meist ein schlecht zu vergrößerndes Negativ und ausdruckslose Grautöne."

 

Man muss den TMY-2 überhaupt nicht verbiegen, um mit ihm eine etwas höhere Auflösung als mit einem FP4+, Fomapan 100, Kentmere 100 oder RPX 100 zu bekommen. Einfach in D-76, ID-11, XTOL, HRX, CG512/RLS, ADX-II, FX-39 o.ä. entwickeln, fertig. Und dann erhält man auch wunderbar zu vergrößernde Negative mit einwandfreier Grauwertwiedergabe.

 

"Den T-Max 400 entwickel ich in HC 110, weil ich damit optimale Grautöne erhalte und weil ich sehr einfach die Schwärzungskurve beeinflussen kann. Die Betrachter meiner Bilder schauen sich die Grautöne an und nicht das Korn. "

 

Klar. Nach eigener Aussage verwendest Du den TMY-2 ja auch in 4x5". Da spielt Korn ja auch keine Rolle mehr.

 

"In meinen Bildern geht es um Emotionen und nicht um Auflösung."

 

Das dürfte bei der überwiegenden Mehrheit der Fotografen der Fall sein. Und beides ist schließlich überhaupt kein Widerspruch. Ein gut gemachtes Bild verliert ja nicht an emotionaler Qualität, nur weil es eine gute Detailwiedergabe hat. Oder weil es sich auch größer vergrößern lässt und so auch sehr gut in einer Ausstellung gezeigt werden kann.

Wenn eine gute Detailwiedergabe der emotionalen Qualität eines Bildes entgegenstehen würde, müssten wir uns ja schleunigst vom Mittel- und Großformat sowie all den Filmen mit sehr guter Detailwiedergabe verabschieden.....;-)).

 

"Langwierige und ausführliche Tests fallen bei mir unter dem Stichwort "Prokrastination". Ich nehme die Dinge lieber so, wie sie sind und arbeite damit kreativ."

 

Diese Einstellung ist Dein gutes Recht, überhaupt nichts gegen zu sagen. Nur solltest Du dann mit solchen Pauschalaussagen wie "der TMY-2 erreicht nie die Feinkörnigkeit eines 100ers", die aufgrund eben dieser Haltung ja nicht auf eigenen Erfahrungen und Testergebnissen beruhen, sehr vorsichtig sein.

 

"Das Testen überlasse ich den Herstellern."

 

Leider gab bzw. gibt es im Markt auch schwarze Schafe, die selbst gar keine belastbaren Tests durchgeführt haben, sondern deren Veröffentlichungen sich rein an verkaufstechnischen Gesichtpunkten orientiert haben bzw. orientieren.

Und für die unkritische Kunden eine willkommene Zielgruppe darstellen.

Dann gibt es bei den etablierten Herstellern welche, die sehr "selbstbewusst" ;-) mit ihren Angaben sind, und andere, die z.T. sehr konservativ agieren und deren Produkte sogar bessere Leistungen bieten als nach offziellen Angaben zu erwarten wäre.

 

Ich habe deswegen immer zunächst eine gesunde Skepsis gegenüber Herstellerangaben. Und dann teste ich halt selbst und schaue, was stimmt und was nicht.

Und wo es eventuell sogar positive Überraschungen gibt (auch oft erlebt).

Und weiß dann auch, wo die Stärken, und wo die Schwächen des Produkts liegen. Und dieses Wissen kann ich dann ganz gezielt kreativ für meine Bildideen einsetzen.

Oder mir auch Aufwand sparen, weil ich weiß, dass ich ein gewünschtes Ziel leichter erreichen kann mit einem Produkt, das genau in diesem Bereich glänzt.

 

BG,

Henning
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#35
Der FX 39 kommt jetzt mal fix auf die nächste Bestellliste! Ich probier den jetzt einfach aus. Danke an alle, die mich bei meinr Entscheidungsfindung unterstützt haben! Trotzdem gibt es noch ein paar Fragen: :p

 

AntiLynd, was genau hat dir denn bei der Verdünnung von 1 + 19 nicht gefallen?

 

TiMo, ja danke, die Tabelle kenne ich. Die Zeit vom T-MAX 400 ist aber noch auf den alten T-MAX bezogen oder? Diese kann man ja nicht einfach übernehmen? Digitaltruth meint 10min bei Kleinbild und 13min bei Mittelformat. Kann das stimmen? Wieso gibt es für 135 und 120 überhaupt unterschiedliche Zeiten? Ist doch der gleiche Film?! Da ich sehr viel mit dem T-MAX 400 fotografiere, besonders jetzt wo man kaum Licht hat, würde mich daher vorallem bei diesem Film eine sinnvolle Zeit interessieren. Hat jemand eine Empfehlung?

 

Bei Rodinal, zumindest so wie ich das verstanden habe, nimmt die Körnigkeit bei höherer Verdünnung und kälterer Entwicklung ab. Verhält sich das beim FX 39 genauso? Beim X-TOL und anderen Feinkornentwicklern verhält es sich ja umgekehrt: Höhere Verdünnung -> gröbere Körnigkeit.

 

Renate und Henning, auch wenn es standardisierte Testverfahren gibt, vertraue ich den Filmherstellern bezüglich ihrer Angaben was die Auflösung und die Körnigkeit betrifft weniger als einer neutralen Person, die mit sicher viel Liebe zum Detail an die Sache herangegangen ist und sich die Mühe gemacht hat die einzelnen Filme zu testen. So ein Vergleich ist schon sehr interessant!

 

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#36
Die Messprozeduren, die die Fotoindustrie benutzt, sind standardisiert, veröffentlicht und nachvollziehbar. Die Ergebnisse sind also bei Firmen, die sich an den Standard halten, vergleichbar. Die Messungen von Amateuren, die mit "viel Liebe zu Detail" darangehen, halten sich nicht immer an den Standard und sind daher oft nicht vergleichbar und nicht nachvollziehbar. Auf diese Weise entstehen Mythen und Wunschdenken, aber leider keine objektiven Ergebnisse. Die Tabelle von Henning ist nicht nachvollziehbar und daher ohne Aussagekraft. Kodak hat seine Messprozeduren und viele Forschungsergebnisse sowie Herstellungsdetails beschrieben und veröffentlicht. Die Ergebnisse sind objektiv und nachvollziehbar.

 

Für die Körnigkeit gibt es eine Messvorschrift, die anders ist, als die Messung des Auflösungsvermögens. Daher ist es nicht möglich, vom Auflösungsvermögen auf die Körnigkeit zu schließen.

 

Die Körnigkeit wird wiederum auch anders gemessen, als die Korngröße. Das, was ich betrachtet hatte, ist nur die Größe von vereinzelten Körnern nach dem Entwickeln und diese Körner sind durch die infektiöse Entwicklung natürlich größer, als ein einzelnes Korn wäre, das aus einem einzelnen Silberhalogenidkristall entstehen würde.

 

Feinkörnige Entwickler haben immer eine gebremste Aktivität, die ich durch stärkere Belichtung ausgleichen muss. Von den 400 ASA des T-Max 400 bleibt dann nicht mehr viel übrig. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Schwärzungskurve verbogen wird. Das ergibt dann zusätzlich unschöne Grauabstufungen. Also greife ich lieber zu einer Emulsion, die von Haus aus feinkörniger ist und die ich so entwickel, dass ich optimale Graustufen bekomme.

 

Mich wundert es immer wieder, dass in den Foren seitenweise um Auflösungsvermögen und Körnigkeit diskutiert wird, aber die Schwärzungskurve völlig außer Acht gelassen wird. Dabei lebt ein SW-Bild von den Graustabstufungen und vom Kontrast. Ich finde es viel wichtiger, dahin gehend die Filme und die Entwickler zu optimieren. Wenn ich mir die Zeit für Tests nehme, dann sind das die Schwärzungskurven.

 

Der HC-110 ist kein Schärfewunder und er ist auch nicht schonend zum Korn. Dafür bekomme ich immer Schwärzungskurven, die ideal oder fast ideal sind. Eine Kontrastanpassung ist leicht durchzuführen. Die Ausarbeitung solcher Negative ist einfach und macht Spaß.

 

Viele Grüße

Renate
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#37
Zitat:was genau hat dir denn bei der Verdünnung von 1 + 19 nicht gefallen?

 
 

mir machten die Negative von der Tonalität her einen recht undifferenzierten, flachen, stumpfen Eindruck. Das deckt sich natürlich mit den Erwartungen, denn FX39 hat ja bereits bei der 1+9 die Tendenz, in den Lichtern vergleichsweise schnell zu erschöpfen -- macht die 1+19 aber doch eher ungeeignet für normale Situationen. Merken kann man sie sich aber sicher für Lebenslagen mit wenig Licht und hohem Kontrast, wo man einen stärkeren Ausgleich braucht.


Viele Grüße und gutes Gelingen

Nils
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